Tierschutz MV : Baltischer Stör erfolgreich vermehrt

Ein junger Stör
Ein junger Stör

Bislang erfolgreichste Vermehrung des Baltischen Störs in MV

svz.de von
18. Juli 2015, 08:00 Uhr

Das Programm zur Wiederansiedlung des Baltischen Störs (Acipenser oxyrinchus) in der Ostsee kommt voran. Im Institut für Fischerei der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern gelang Anfang dieses Monats die bislang erfolgreichste Vermehrung, wie das Schweriner Agrarministerium gestern mitteilte. Von fünf Weibchen seien im Institut in Born auf dem Darß fast 30 Kilogramm Eier (Kaviar) gewonnen und befruchtet worden. Mehr als eine Million Larven seien geschlüpft. 320 000 davon seien bereits in der Oder ausgesetzt worden.

Der Stör – ein Knochenfisch, der um die zwei Meter lang wird – gilt in der Ostsee seit rund 100 Jahren als ausgestorben, wie Gerd-Michael Arndt vom Institut für Fischerei sagte. Untersuchungen von Knochenmaterial, das bei archäologischen Grabungen an 1000 Jahre alten Siedlungsplätzen im Ostseeraum gefunden wurde, haben eine genetische Identität mit dem noch existierenden Nordamerikanischen Stör ergeben. „Es wird vermutet, dass die Störe mit dem Golfstrom über den Atlantik kamen und sich in der Ostsee angesiedelt haben“, sagte Arndt. In der Nordsee sei ihnen das nicht gelungen.

Für das Wiederansiedlungsprogramm wurden in den Jahren 2005 und 2006 Elterntiere aus dem kanadischen Saint John River nach Born geholt.

Von jedem ausgesetzten Jahrgang werden Tiere markiert, um Informationen zur Überlebensrate und zu Wanderungen zu bekommen. „Wir haben auch schon Tiere wiedergefunden, zum Beispiel rund um Bornholm, vor der südschwedischen Küste, bei Fehmarn und auch schon im Kattegat“, sagte Arndt. Die größten seien inzwischen um die 1,50 Meter lang. Geht Fischern ein Stör ins Netz, muss das Tier zurückgeworfen werden. Die Art ist in der Ostsee streng geschützt. Die Fischer sind Arndt zufolge gebeten, Fundorte im Interesse der Forschung zu melden.

Ob die Wiederansiedlung klappt, ist noch offen. Gelaicht hat noch keines der eingesetzten Tiere. „Das wird auch noch eine Weile dauern“, sagte Arndt. Störweibchen seien erst im Alter von 15 bis 20 Jahren laichreif.

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