Nach Brandanschlag in Jamel : Alt-Kanzler Schröder hilft den Lohmeyers

Birgit und Horst Lohmeyer
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Birgit und Horst Lohmeyer

Nachdem die Scheune der Nazi-Gegner von Unbekannten niedergebrannt wurde, wird die Hilfe für das Künstlerehepaar zunehmend prominenter.

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21. August 2015, 21:00 Uhr

Die in Brand gesteckte Scheune der als Nazi-Gegner bekannten Künstler Birgit und Horst Lohmeyer in Jamel bei Wismar soll wiederaufgebaut werden. Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider und Ministerpräsident Erwin Sellering (beide SPD) riefen gemeinsam mit der Initiative „WIR. Erfolg braucht Vielfalt“ zu Spenden auf. In dem am Freitag in Schwerin veröffentlichten Papier heißt es, die Scheune werde gebraucht, zum Beispiel für das Festival „Jamel rockt den Förster“. Zudem sei die Tat lückenlos aufzuklären. Es müsse alles getan werden, um die Brandstifter schnellstmöglich zu fassen und zur Verantwortung zu ziehen.

Wie das Bündnis WIR mitteilte, ist der erste Unterstützer der Spendenaktion der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder. Der Schirmherr des Vereins „Gesicht Zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland“ sagte: „Im Kampf gegen rechte Gewalt und Ausländerfeindlichkeit dürfen wir diejenigen, die Unterstützung brauchen, nicht alleine lassen.“ Die Familie Lohmeyer sei auf die Solidarität aller Demokraten angewiesen.

Bretschneider nannte es ein mutiges und wichtiges Signal, dass das Forstrock-Festival trotz des verheerenden Brandes auch in diesem Jahr am 28./29. August stattfinden wird. Sellering sagte: „Wir zeigen Flagge für ein weltoffenes und demokratisches Mecklenburg- Vorpommern. In Orten wie Jamel, in dem sich Rechtsextremisten gezielt ansiedeln, ist das besonders wichtig.“ Sellering, der das Festival selbst besuchen will, unterstützt den Wiederaufbau mit einer privaten Spende sowie mit 5000 Euro aus dem Fonds des Ministerpräsidenten.

Die Scheune neben dem Wohnhaus der Lohmeyers war in der Nacht zum 13. August in Flammen aufgegangen. In der Ruine fanden Ermittler Spuren von Brandbeschleunigern. Damit steht für die Staatsanwaltschaft Schwerin fest, dass das Feuer vorsätzlich gelegt wurde. Es wird von einem rechtsextremistischen Hintergrund der Tat ausgegangen.

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