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Flüchtlinge in MV : Abudi und der große Zaun

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In Dabel trennt ein Zaun Flüchtlingskinder und Kita-Kinder. 20 Fragen und Antworten zu Flüchtlingen in MV.

svz.de von
erstellt am 15.Dez.2015 | 06:00 Uhr

Kurz vor acht Uhr morgens tapst Abudi ein paar Meter nach rechts, von der Flüchtlingsunterkunft zur Kita „Kunterbunt“. Sein lockiges schwarzes Haar wippt bei jedem Schritt. Knopfaugen blitzen hervor. Für die nächsten vier Stunden darf er im Kindergarten spielen. Danach muss er wieder hinter den Zaun zurück.

Abudi  kommt aus Syrien. Er wohnt mit seinen Eltern und seiner elf Monate alten Schwester in Dabel – wie 56 weitere Flüchtlinge. Seit Dezember besucht der Dreijährige die Kita. Er und vier andere Flüchtlingskinder. Erst einmal halbtags. Sie sollen sich langsam an alles gewöhnen. „Die Kleinen machen Spaß“, sagt Kita-Leiterin Sandra Gädt. Die ersten Tage seien anstrengend gewesen. „Die Sprache“, erzählt sie und schmunzelt. Hände und Füße würden die sprachlichen Barrieren überwinden. Vor allem aber die Neugierde der einheimischen Kinder. Sie seien unkompliziert, sagt Gädt. Haben keine Vorurteile oder Ängste. „Für sie sind es einfach neue Spielkameraden.“ Um 11  Uhr geht es raus auf den Spielplatz. Dick eingepackt sitzt Abudi zusammen mit drei anderen Kindern auf einer großen Schaukel. Ein Mädchen stößt sie an. Sie schwingen hin und her, immer wieder. Die Kinder sprechen nicht, sie lachen nur. Nach einer halben Stunde geht es wieder rein. Toben macht hungrig.

Es gibt Bratwurst, Mischgemüse und Kartoffeln. Die Kinder füllen sich selbst auf. Will Abudi etwas haben, nickt er. Wenn nicht, schüttelt er den Kopf. Seine Locken wackeln. Das Fleisch lässt er liegen. Sein Glaube verbietet es ihm. „Kein Problem“, sagt Gädt. Der Lieferant wisse Bescheid. Erst vor ein paar Tagen gab es für die Flüchtlingskinder in einem Eintopf Hähnchen statt Schweinefleisch. Ein wenig naschen dürfen die Kinder auch. Eine Erzieherin schält Kiwis. Abudi hat sie noch nie probiert. Er schiebt sie weg. Als er sieht, dass alle anderen nach der Frucht greifen, probiert er sie auch. Sein Gesicht verzieht sich.

Nach dem Essen wischen die Kleinen die Tische ab und stellen die Stühle hoch. Während die einheimischen Kinder zu ihren Betten schlurfen, gehen die ausländischen wieder in die Bleibe der Flüchtlinge. Auf den Spielplatz dürfen sie den Rest des Tages nicht mehr. Nur für die Zeit im Kindergarten gehören sie dazu. Nachmittags sind sie eingezäunt. Kerstin Finger steht auf dem Hinterhof der Kita. Sie schüttelt den Kopf. Vor ihr ragt ein grüner Stabmattenzaun zwei Meter in die Höhe. Die Berliner Mauer war bei ihrem Durchbruch 160 Zentimeter höher. Der Zaun trennt auf 20 Meter Länge und zehn Meter Breite den Spielplatz in zwei Abschnitte. Wie eine Sektorengrenze. „Wenn ich integrieren möchte“, sagt sie, „stelle ich keinen Zaun auf.“ Finger arbeitet für die Awo. Sie berät Ausländer, die im Kreis Ludwigslust-Parchim untergekommen sind. Auch die in Dabel. „Warum dürfen die fünf Flüchtlingskinder vormittags mit den anderen spielen, nachmittags aber nicht?“, fragt sie. Finger wischt mit der Hand vor ihr Gesicht. „Es ist grotesk.“

Der Zaun sei ein Zugeständnis gewesen, sagt Martin Siegert, Kreisgeschäftsführer des ASB. Der Verband ist Besitzer des Gebäudes, betreibt die Kita und vermietet die zweite Hälfte an den Landkreis. Ein Zaun als Zugeständnis an die Eltern der Kinder, die in der Kita „Kunterbunt“ untergebracht sind. Viele Eltern fühlten sich überrumpelt, als sie von den Flüchtlingen erfuhren, die direkt neben ihre Kinder einquartiert würden. Die NPD nutzte diesen Umstand aus, demonstrierte mit 130 Anhängern direkt vor dem Kindergarten, noch bevor ein einziger Flüchtling den Ort überhaupt kannte. Der Aufmarsch hinterließ bei vielen Eltern ein mulmiges Gefühl: Ist mein Kind hier sicher? Die Angst um den eigenen Nachwuchs war aber ebenso Deckmantel. „Einige Eltern haben Dinge erzählt und gefordert, von denen ich glaubte, sie seien ein Scherz“, sagt Siegert. „Flüchtlinge würden sich an den Kindern vergehen, wären gewalttätig oder übertrügen Krankheiten.“ Wegen des Aufruhrs sei ihm  nichts anderes übrig geblieben, als den Zaun zu ziehen. Er bräuchte ihn nicht.

Es gibt auch einen Wachschutz. Bei einer dezentralen Unterbringung wie in Dabel nicht einmal vorgeschrieben. Ein Wachmann in der Nacht, zwei am Tag. Rund um die Uhr, sieben Tage die Woche. Offiziell, um vor rechter Gewalt zu schützen.

19 Kinder wurden von ihren Eltern aus der Kita genommen – trotz Zaun. Die Zahl der Kinder, die zu betreuen sind, hat sich fast halbiert. Die Erzieherinnen müssen mit ihren Stunden runtergehen, weil zu wenige Kinder da sind. Sie verdienen jetzt 100 bis 300 Euro weniger. Der ASB subventioniert den Standort bereits. Sonst wäre er nicht mehr zu halten, erklärt Siegert. „Natürlich ist es nicht einfach zurzeit“, sagt Kita-Leiterin Sandra Gädt. Menschen, die vor dem Krieg fliehen, bekommen eine Bleibe und auf einmal ist die Existenz der Kita bedroht. Einen Groll auf die Flüchtlingskinder hegen sie und ihre Kolleginnen nicht. Sie könnten doch nichts dafür. Eine Erzieherin meint: „Kinder sind Kinder.“

 Vor dem Eingang der Flüchtlingsunterkunft steht Ruben, ein Armenier. Vor 15 Jahren ist er nach Deutschland geflohen. In Dabel hilft er den Flüchtlingen. Er übersetzt, organisiert, ist die „gute Fee“ der Einrichtung. Er beobachtet zwei Jungs, die auf dem Parkplatz vor dem Gebäude Fußball spielen. Sie sind nicht in der Kita, dürfen den Spielplatz zu keiner Zeit nutzen. Ein Wortwechsel in fremder Sprache. Abrupt hören sie auf. Es sei schade, sagt Ruben, „dass sie nicht auf dem Hinterhof spielen dürfen. Dort sind sogar Tore.“ Die aber liegen außerhalb des Zauns. Keiner der Flüchtlinge würde sich beschweren, erzählt Ruben. Sie seien dankbar, ein Dach über dem Kopf zu haben. Sie wohnen auf zwei Stockwerken verteilt in Mehrbettzimmern. Die Bleibe hat den Charme einer Jugendherberge. Ab und zu kämen  die Fragen, warum dort ein Zaun stehe? Eine konkrete Antwort könne er nicht geben.

Er sei froh über die vielen Helfer, die den Flüchtlingen unter die Arme greifen. Mit ihnen einkaufen gehen, Fahrten erledigen, für sie da sind. Sie würden ihnen zeigen, dass ein Zaun nicht die Regel ist. Jeden Freitag treffen sich Helfer und Flüchtlinge in der zweiten Etage der Unterkunft. In einer großen Küche kochen  sie zusammen und tauschen sich aus. Ein echter Höhepunkt der Woche. Am Ende des Raumes befindet sich eine breite Fensterfront. Wer dort steht, blickt direkt auf den Zaun. Noch kann  Abudi den Zaun von oben nicht sehen. Er ist zu klein. Vielleicht ist das gar nicht schlecht.

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

20 Fragen, 20 Antworten über Flüchtlinge

Warum haben so viele Flüchtlinge ein Smartphone? Bekommen sie mehr Geld als AlgII-Empfänger? Auf diese und andere Fragen gibt eine neue Broschüre der Landeszentrale für politische Bildung in Mecklenburg-Vorpommern Antwort:

Aus welchen Ländern kommen Flüchtlinge nach MV?

Vor allem aus Syrien, der Ukraine, Albanien, Afghanistan und Serbien. Die meisten flüchten vor Krieg und Terror, sie wollen raus aus den Krisengebieten und riskieren zum Teil gefährliche Routen in überfüllten Booten übers Mittelmeer. Aber auch wegen existenzieller Not und permanenter Diskriminierung verlassen Menschen die Heimat.

Wie viele Flüchtlinge werden wir 2015 aufnehmen?

20.000, 22.000, 24.000. Alle Zahlen sind Schätzungen, weil niemand genau weiß, wie viele Menschen bis Jahresende nach Deutschland gelangen. Klar ist: Mecklenburg-Vorpommern muss exakt 2,04 Prozent aller Flüchtlinge aufnehmen. Das sieht der so genannte Königsteiner Schlüssel vor, eine Quote, die sich nach Bevölkerungszahl und Steueraufkommen richtet. Zum Vergleich: Von Januar bis November 2015 sind mehr als 40.000 Flüchtlinge in Hamburg angekommen.

Wohin flüchten die Menschen weltweit?

Laut Statistik: Weniger als die Hälfte. Viele Menschen werden aber auf absehbare Zeit nicht in ihre Heimat zurückkehren können. Dort herrscht Krieg, und zwar seit Jahren. Diese Flüchtlinge müssen ein neues Leben beginnen. Für Mecklenburg-Vorpommern ist das eine Chance. Seit 1990 hat MV etwa 300.000 Einwohner verloren. Und schon einmal wurden zahlreiche Menschen aufgenommen. Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden hier fast eine Million Flüchtlinge eine neue Heimat.

Bleiben die meisten Flüchtlinge hier?

Laut Statistik: Weniger als die Hälfte. Viele Menschen werden aber auf absehbare Zeit nicht in ihre Heimat zurückkehren können. Dort herrscht Krieg, und zwar seit Jahren. Diese Flüchtlinge müssen ein neues Leben beginnen. Für Mecklenburg-Vorpommern ist das eine Chance. Seit 1990 hat MV etwa 300.000 Einwohner verloren. Und schon einmal wurden zahlreiche Menschen aufgenommen. Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden hier fast eine Million Flüchtlinge eine neue Heimat.

Warum nehmen wir Flüchtlinge auf?

Grundlage ist die Genfer Flüchtlingskonvention. Fast 150 Länder inklusive Deutschland haben den Vertrag unterzeichnet. Sie verpflichten sich damit, Flüchtlinge aufzunehmen, wenn diese in ihrer Heimat bedroht sind. Im Nationalsozialismus wurden Millionen Menschen wegen ihrer Religion, Herkunft oder Haltung verfolgt. Deshalb ist das Recht auf Asyl in Deutschland heute besonders geschützt. In Artikel 16a des Grundgesetzes heißt es: „Politisch Verfolgte genießen Asylrecht.“

Wie sieht ein Asylverfahren aus?

Wer Asyl beantragt, wird in einer Erstaufnahmeeinrichtung der Länder untergebracht. In Mecklenburg-Vorpommern zum Beispiel in Nostorf/Horst oder einer der Außenstellen. Zuständig für die Bearbeitung des Antrages ist das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. In einer Anhörung müssen Asylsuchende vor allem ihre Fluchtgründe erklären. Die Behörde prüft, ob alle Kriterien erfüllt sind. Wird der Antrag abgelehnt, können dagegen Rechtsmittel eingelegt werden.

Was ist ein beschleunigtes Asylverfahren?

Die meisten Flüchtlinge in Mecklenburg-Vorpommern kommen aus Syrien. Der Bürgerkrieg dort betrifft alle Städte und Regionen. Für diese Flüchtlinge gilt momentan das 2014 eingeführte beschleunigte Asylverfahren, um eine schnelle Anerkennung zu ermöglichen. Das heißt: Auf ein persönliches Anhörungsgespräch wird verzichtet. Stattdessen reicht es in der Regel aus, den Asylantrag schriftlich zu stellen. Nach drei Jahren werden die Fluchtgründe erneut geprüft.

Erhalten Flüchtlinge mehr als Hartz-IV-Empfänger?

In der Erstaufnahmeeinrichtung bekommen Asylsuchende ein Bett, Essen, Kleidung und ein Taschengeld in Höhe von 143 Euro. Später müssen sie sich in Wohnheimen oder Wohnungen selbst versorgen. Dafür gibt es 359 Euro pro Monat – und somit 40 Euro weniger als Hartz IV. Erst wenn Asylsuchende seit mehr als 15 Monaten hier sind oder als Flüchtlinge anerkannt werden, erhalten sie den vollen Sozialhilfesatz. Geregelt ist das im Asylbewerberleistungsgesetz.

Wie viel kostet die Hilfe für Flüchtlinge?

Die Kosten für die Betreuung und Versorgung aller Flüchtlinge in Deutschland werden für 2015 auf 10 Milliarden Euro geschätzt. Das wären knapp drei Prozent des Bundeshaushaltes. Laut Studien des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung könnten nach fünf Jahren immer noch 50 Prozent aller anerkannten Flüchtlinge arbeitslos sein. Nach spätestens sieben Jahren jedoch erwirtschaften sie im Durchschnitt mehr, als sie den Staat kosten.

Geht die Hilfe zu Lasten der Armen?

Hartz-IV-Empfänger werden nicht einen Cent weniger erhalten, nur weil es mehr Flüchtlinge in Deutschland gibt. Die Regelsätze sind an den Preis- und Lohnanstieg gekoppelt und werden jährlich geprüft. Das Sozialgesetzbuch sieht zudem die Übernahme von Miete und Heizkosten vor. Ebenso können Hartz-IV-Empfänger die Erstausstattung für eine Wohnung oder Leistungen aus dem Bildungspaket für Kinder und Jugendliche beantragen.

Nehmen Asylsuchende anderen die Jobs weg?

Die Angst ist unbegründet. Selten waren die Chancen für Jobsuchende so gut wie heute. In Mecklenburg-Vorpommern steigt die Zahl der Arbeitsplätze, in ganz Deutschland gibt es ein Rekordangebot an freien Stellen, tausende Ausbildungsplätze sind unbesetzt. Außerdem dürfen Asylsuchende erst einen Job annehmen, wenn kein Deutscher oder EU-Bürger dafür in Frage kommt. Es gilt diese Prognose: Schon 2030 könnten hierzulande sieben Millionen Arbeitskräfte fehlen.

Besuchen Flüchtlingskinder die Schule?

Grundsätzlich unterliegen auch Flüchtlingskinder der Schulpflicht und haben ein Recht auf Unterricht. In der Regel startet dieser nach Verlassen der Erstaufnahmeeinrichtung. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es so genannte Standortschulen. Dort können die Kinder in Intensivkursen Deutsch lernen und sollen möglichst früh am Klassenunterricht teilnehmen. Für diese Schulen werden Lehrerinnen und Lehrer fortgebildet und speziell geschulte Pädagogen eingestellt.

Sind die meisten Flüchtlinge ungebildet?

Eine Statistik kommt zu einem anderen Ergebnis. Demnach sind 90 Prozent zur Schule gegangen, 15 Prozent waren auf einer Hochschule. Der Bildungsstand kann aber auch höher sein. Syrer zum Beispiel sind in der Regel gut ausgebildet. Für Integration ist das eine wichtige Voraussetzung. Weiterer Vorteil: Ein Viertel der Flüchtlinge ist nicht älter als 25 Jahre. Und jungen Menschen fällt es leichter, sich für einen Beruf zu qualifizieren.

Warum haben so viele Flüchtlinge ein Smartphone?

Nicht nur in Syrien besitzt ein Großteil der Bevölkerung ein Handy. Vor allem weil Kabelnetze fehlen, sind Mobiltelefone verbreitet. Flüchtlinge nutzen Prepaid-Karten und telefonieren mit Skype, was mit einem älteren Handy nicht möglich ist. Deshalb das Smartphone. Sie halten so Kontakt zur Familie. Das Mobiltelefon ist zudem ein wichtiges Hilfsmittel, um die Flucht zu organisieren. Viele Smartphones haben zum Beispiel eine GPS-Funktion.

Weshalb kommen so viele junge Männer?

Weil die Einreise auf legalem Weg kaum möglich ist. Flüchtlinge müssen es über das Land und das Meer versuchen. „Für Männer erscheinen die Chancen höher, diese Strapazen zu überstehen“, so das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Der Stärkste wird ausgewählt, um die Familie später nachzuholen. Außerdem verlangen Schlepper viel Geld. 1000 US-Dollar kostet allein der Seeweg von der Türkei nach Griechenland, berichten Flüchtlinge. Und zwar pro Person. Nicht pro Familie.

Sind Flüchtlinge anfälliger für Krankheiten?

Hinter ihnen liegt oft ein langer Weg, viele sind geschwächt, alle müssen auf engstem Raum zusammenleben. Die harten Bedingungen machen Flüchtlinge anfälliger für Krankheiten. Grund zur Sorge sei das jedoch nicht, teilt das Robert-Koch-Institut mit. Nach ihrer Ankunft in der Erstaufnahmeeinrichtung werden sie untersucht und bei Bedarf geimpft. In Mecklenburg-Vorpommern wurden bislang nur in Einzelfällen ansteckende Krankheiten entdeckt.

Sind Flüchtlinge krimineller als Deutsche?

„Der Landkreis Vorpommern-Greifswald hat inzwischen ca. 2000 Flüchtlinge aufgenommen. Das sind immer noch wenige rals 1% der übrigen Bevölkerung.
Nein, es hat seitdem nicht mehr Ladendiebstähle gegeben.
Nein, es hat seitdem nicht mehr Wohnungseinbrüche gegeben.
Nein, es hat seitdem nicht mehr Fahrraddiebstähle gegeben.
Nein, es hat seitdem nicht mehr Messerstechereien oder Vergewaltigungen gegeben.“
(Quelle: Polizei Vorpommern-Greifswald, facebook)


So lautet die Antwort der Polizei Vorpommern-Greifswald auf die wilden Gerüchte im Internet. Es lassen sich keine Hinweise finden, dass Flüchtlinge öfter straffällig werden als andere Menschen. Richtig ist: Es gibt kriminelle Flüchtlinge, genauso wie es kriminelle Deutsche g

Bringen Flüchtlinge den Terror nach Deutschland?

Viele Flüchtlinge kommen aus Syrien, Afghanistan und anderen Bürgerkriegsländern. Sie bringen nicht den Terror nach Deutschland, sie sind vor ihm geflüchtet. Zudem liegen bislang keine Erkenntnisse vor, dass Terroristen ihre Kämpfer tarnen und einschleusen, so das Bundesinnenministerium. Gefahr geht eher von jenen aus, die Deutschland verlassen haben, um auf Seiten militanter Islamisten zu kämpfen. Sie könnten irgendwann zurückkehren.

Warum wird über den Islam diskutiert?

Durch Salafisten und den „Islamischen Staat“ nehmen viele Deutsche den gesamten Islam als bedrohlich wahr. In der Debatte geht es um Religion, westliche Werte und Integration. Was oft
vergessen wird: Der Islam kennt zahlreiche Ausrichtungen, ist vielschichtig und lässt sich nicht
auf ein Bild reduzieren. In Deutschland leben zirka vier Millionen Muslime. Das sind fünf Prozent der Gesamtbevölkerung. Rund die Hälfte hat die deutsche Staatsangehörigke

Weshalb helfen eigentlich Freiwillige?

Sie versorgen Menschen am Rostocker Hauptbahnhof mit Essen und Trinken, bauen eine Kleiderkammer in Schwerin auf, geben Deutschunterricht, werden Familienpaten, gründen Initiativen und Netzwerke im ganzen Land. In Mecklenburg-Vorpommern setzen sich hunderte Freiwillige für Flüchtlinge ein. Es sind stille Helfer, die vor ein paar Monaten einfach losgelegt haben. Weshalb sie das tun? Weil es menschlich ist, in der Not zu helfen.

Die Broschüre können Sie hier kostenlos bestellen oder hier als pdf-Datei herunterladen
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