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Ostseeautobahn A20 : Pannen-Autobahn kostet Millionen

vom
Aus der Onlineredaktion

Nach nur zwölf Jahren Betrieb bereits 40 Prozent der Strecke instandgesetzt

svz.de von
erstellt am 23.Okt.2017 | 21:00 Uhr

Risse im Straßenbelag, Löcher in Auffahrten, Mängel an Brücken: Nur zwölf Jahre nach der Fertigstellung der Ostseeautobahn A20 muss der Bund für hohe Reparaturkosten für das größte Straßenverkehrsprojekt nach der deutschen Einheit aufkommen. Bisher seien insgesamt Zusatzausgaben von 71 Millionen Euro angefallen, ergab eine für unsere Zeitung erstellte Kostenanalyse des Verkehrsministeriums. Nach der vollständigen Inbetriebnahme sind bereits 40 Prozent der knapp 300 Kilometer langen und 1,6 Milliarden Euro teuren neuen Autobahn instandgesetzt worden. So seien im Rahmen des sogenannten ersten Erhaltungszyklus 65 Millionen Euro allein in die Erneuerung der Fahrbahndecke gesteckt worden.

Für die Beseitigung der schon in den ersten Jahren entstandenen Lärmschäden durch den Brüllbeton auf dem Autobahnabschnitt Richtung Landesgrenze Schleswig-Holstein und der anschließend entstandenen Asphaltblasen sind der Analyse zufolge 1,9 Millionen Euro an Zusatzausgaben entstanden. Weitere 1,4 Millionen Euro kostete die Beseitigung unebener Fahrbahnübergänge und die Böschungssanierung nahe Lüdersdorf. Für die Reparatur und Erneuerung der Fahrbahnübergänge an der Brücke Jarmen mussten die Steuerzahler mit 1,8 Millionen Euro aufkommen.

 

Die hohen Reparaturkosten auf der Ostsee-Autobahn verwundern angesichts des deutlich unter den Erwartungen gebliebenen Verkehrsaufkommens. So sollten den Prognosen zufolge durchschnittlich 30 000 Fahrzeuge am Tag auf der Ost-West-Achse verkehren. In einigen Abschnitten erwarteten die Planer sogar doppelt so viele Fahrzeuge – zwischen Neukloster und der A19 etwa 50 000 Autos, im Großraum Rostock in Spitzenzeiten bis zu 65 000, zwischen dem Autobahnkreuz Rostock und dem Rügenzubringer B96 n 40 000 Autos. Die Verkehrsprognosen sind bislang allerdings nicht eingetreten.

Indes kommen auf die Straßenbauer neue Ausgaben zu. 1,6 Millionen Euro wird allein der Umbau der Zufahrt an der A 14 zur A 20 kosten. Nach Planungskorrekturen soll der Kurvenradius vergrößert und eine längere Einfädelungsspur gebaut werden. Vor allem aber wird die Reparatur des abgesackten Autobahnabschnittes nahe Tribsees die Kosten in die Höhe treiben.  


 

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