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Klärung im Poststreik : Paketstau im Postlager

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Mit dem Post-Tarifabschluss sind beide Seiten zufrieden, aber es folgen praktischen Probleme: Millionen Briefe und Pakete liegen in den Verteilzentren und Lagerräumen – verdorrte Blumen und verderbliche Waren inbegriffen

svz.de von
erstellt am 06.Jul.2015 | 20:45 Uhr

Mit dem Post-Tarifabschluss vom Sonntagabend aus Bad Neuenahr sind beide Seiten zufrieden, doch nun kommen die praktischen Probleme: Millionen Briefe und Pakete, die nicht zugestellt werden konnten, liegen bei Sommerhitze in den Verteilzentren und Lagerräumen – verdorrte Blumen und verderbliche Waren inbegriffen. Man habe schon während des Streiks versucht, verderbliche Güter herauszuziehen und bevorzugt zuzustellen, sagt ein Postsprecher, aber nicht jeder Kunde kennzeichne seine Pakete korrekt. Dass es in manchen Verteilzentren übel rieche, sei aber Quatsch.

Tatsache ist: Der Beförderungsstau kann nur langsam abgebaut werden. Es wird von Dienstag an mehrere Tage dauern, sagt Post-Personalchefin Melanie Kreis – und regional gebe es Unterschiede. „In einigen Regionen erhöhte Rückstände bei der Zustellung“ meldet der Konzern auf seiner Homepage. Mit der Postleitzahl des Empfängers oder des Absenders kann man ermitteln, wo es Probleme gibt –   vor allem in Ostdeutschland.

Verspätete Post, für viele Kunden kann das Stress bedeuten: Egal wie knapp zeitliche Verzögerungen in der Zustellung sein mögen, unter Umständen können wichtige Fristen  verpasst werden, warnt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Das Risiko, dass Brief oder Paket rechtzeitig ankommen, trage der Versender. Treffe also das Kündigungsschreiben streikbedingt erst nach Ablauf der Kündigungsfrist beim Empfänger ein, verlängere sich der Vertrag um die in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen vereinbarte Laufzeit. Für den finanziellen Mehraufwand könne der Kunde gegenüber der Deutschen Post keine Schadenersatzansprüche stellen, so die Verbraucherschützer.

Auch bei Paketzustellungen habe die Deutsche Post AG Streiks als Haftungsrisiko ausgeschlossen. Warte der Kunde beispielsweise auf verderbliche Ware wie Lebensmittel oder Pflanzen und vergammeln die Waren streikbedingt, habe er keinen Anspruch auf Entschädigung, erklärt die Verbraucherzentrale. Schwacher Trost: Geht ein Paket verloren, muss der Kunde die Ware nicht bezahlen. Das Verlustrisiko trägt der Verkäufer –  wenn er Unternehmer ist.

Tipp der Verbraucherschützer für Online-Käufer: Wer Waren online bestelle, könne sie in Ruhe zu Hause prüfen. Vierzehn Tage ab Erhalt der Ware hätten Verbraucher in der Regel Zeit, bevor sie den Widerruf erklären und die Produkte zurückschicken müssten. Bei dieser Frist reiche es, wenn der Brief und die Waren innerhalb des genannten Zeitraums abgesandt worden sind, schreibt die Verbraucherzentrale. Komme das Paket aufgrund des Streiks verspätet beim Verkäufer an, habe  der Kunde die Frist trotzdem eingehalten. Der Verbraucher sollte aber die Nachweise für die Absendung sichern und den Einlieferungsbeleg aufheben.

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