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Sturmtief „Wilma“ : Paddler und Segler in Not

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mit Sturmböen bis Stärke zehn hat Tief „Wilma“ vor allem den Osten des Landes durchgerüttelt / Bilanz: zwei Tote, mehrere Verletzte

Zwei Tote und mehrere Verletzte hat das Sturmtief „Wilma“ in Mecklenburg-Vorpommern gefordert. Bei schweren Sturmböen bis Stärke zehn prallte am Montag ein Kleintransporter auf der Bundesstraße 110 auf der Insel Usedom (Kreis Vorpommern-Greifswald) gegen einen gerade umstürzenden Baum, wie Polizeisprecher Axel Falkenberg gestern in Anklam sagte. „Die Insassen hatten keine Chance“, sagte Falkenberg.Der 25 Meter lange Baum stand mehr als zehn Meter von der Straße ab.

Der einen halben Meter dicke Stamm brach gerade um, als der Kleinstransporter vorbeifuhr, und stieß gegen die Frontscheibe. Der 53-jährige Fahrer und sein 52 Jahre alter Beifahrer konnten nur noch tot geborgen werden, ein weiterer Insasse wurde schwer verletzt. Die Männer stammen von der Insel und waren kurz vor ihrem Wohnort nahe der Stadt Usedom. Die B110 ist im Inselsüden die einzige Verbindung zum Festland.

Auf der Mecklenburgischen Seenplatte gerieten Segler und Paddler in Seenot.

Das Sturmtief erreichte in Böen bis zu 90 Stundenkilometer, zeitweise hagelte es. „Das war aber der Höhepunkt von Wilma, jetzt wird einen Gang runtergeschaltet“, sagte Meteorologe Thomas Globig vom Wetterdienst Meteomedia auf Hiddensee.

An der Seenplatte mussten Helfer und Rettungskräfte bei drei Einsätzen etwa 20 Leute retten. Ernsthaft verletzt wurde niemand.

Mehrere Kanufahrer hatten auf dem Woblitzsee bei Wesenberg den Wellengang unterschätzt. Die DRK-Wasserretter holten insgesamt 16 Paddler vom See, von denen drei Schüler und drei Erwachsene mit ihren Booten gekentert waren. Die Paddler waren trotz des Unwetters in zwei Gruppen und insgesamt acht Booten auf dem See unterwegs.

Zwei Segelboote kenterten auf dem Neubrandenburger Tollensesee und dem Vilzsee bei Diemitz. Die Besatzungen wurden gerettet, drei Erwachsene kamen vorübergehend wegen Unterkühlungen in Krankenhäuser.

Die Wasserschutzpolizei warnte eindringlich davor, bei angekündigtem Unwetter mit schweren Sturmböen die Seen zu befahren. „Das passiert  auf den kleineren Seen immer wieder, ist aber grob unvernünftig“, sagte ein Sprecher.

Auf der Müritz hätten Wassersportler am Montag nach den Sturmwarnungen fluchtartig den See verlassen. Auf dem mit rund 100 Quadratkilometern größten See in Deutschland entstehen bei Sturm meterhohe und sehr schwer beherrschbare Wellen.


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