Stralsund : P+S-Werft plant Fertigbau dänischer Fähren

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Der Schiffbau in Stralsund könnte bald weitergehen: Die Fertigstellung zweier Fähren für einen dänischen Kunden soll in der kommenden Woche vorbereitet werden. Und zwei andere Schiffe könnten auch noch verkauft werden.

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02. Januar 2013, 07:44 Uhr

Stralsund | Nach einer Einigung zwischen der dänischen Reederei DFDS und dem Insolvenzverwalter der P+S-Werften sollen zwei in Auftrag gegebene Fähren möglichst bald in Stralsund weitergebaut werden. Am nächsten Montag werde ein Vorbereitungsteam seine Arbeit aufnehmen, sagte gestern der Sprecher von Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann. Der Vertrag über den Weiterbau war kurz vor Weihnachten "endverhandelt" worden, unterschrieben ist er aber noch nicht. DFDS will Anzahlungen in Höhe von 40 Millionen Euro leisten. Das Land Mecklenburg-Vorpommern ist bereit, diese Summe mit einer Kreditbürgschaft abzusichern.

Derzeit hält in Stralsund lediglich ein Kernteam der Belegschaft die Volkswerft betriebsbereit. Das Vorbereitungsteam soll die Wiederaufnahme der Produktion organisieren. Der Bau der beiden RoRo-Fähren könnte bis zu 360 Mitarbeiter das ganze Jahr über beschäftigen. Während es für die Schwesterwerft in Wolgast mit der Bremer Lürssen-Gruppe einen Käufer gibt, liegen für die Stralsunder Werft mit einst mehr als 1000 Beschäftigten bislang keine konkreten Kaufangebote vor. Es gebe aber mehrere Interessenten, hieß es vom Insolvenzverwaltung.

Zwei Fähren, die in Stralsund für die Reederei Scandlines gebaut wurden, könnten einen anderen Käufer finden. Scandlines hatte den Vertrag Ende November gekündigt, weil die Schiffe rund 200 Tonnen schwerer als geplant sind. "Es gibt eine sehr gute Anzahl von Geboten, auch die Höhe ist vielversprechend", sagte Brinkmanns Sprecher Cord Schellenberg. Scandlines habe die Fähren nicht haben wollen, weil der größere Tiefgang für den dänischen Hafen Gedser ein Problem gewesen wäre. Andere Reedereien hätten dieses Problem aber nicht, so der Sprecher. Die beiden fast fertigen Fähren sind weltweit zum Verkauf ausgeschrieben, der Preis liegt nach Angaben aus Branchenkreisen im zwei- bis dreistelligen Millionenbereich. Ursprünglich wollte Scandlines 230 Millionen Euro für Fähren und den Ausbau der Anleger in Rostock und Gedser zahlen.

Die Peene-Werft in Wolgast arbeite unterdessen weiter profitabel, sagte Schellenberg. Lürssen wolle etwa 400 Mitarbeiter übernehmen. Der Besitzerwechsel sei zum 1. Mai geplant.

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