Stralsund: Vertrag liegt vor : P+S-Werft kann DFDS-Fähren weiterbauen

Eine im Bau befindliche Fähre für die Reederei Scandlines liegt am Ausrüstungskai der P+S-Werft in Stralsund. dpa
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Eine im Bau befindliche Fähre für die Reederei Scandlines liegt am Ausrüstungskai der P+S-Werft in Stralsund. dpa

Aufatmen in Stralsund: Nach wochenlanger Zitterpartie geht es mit dem Schiffbau auf der Volkswerft weiter. In Kürze soll mit der Fertigstellung von zwei dänischen Schiffen begonnen werden. Der Vertrag liegt vor.

svz.de von
11. Januar 2013, 08:01 Uhr

Auf der insolventen P+S-Werft in Stralsund soll in Kürze mit der Fertigstellung zweier Schiffe für einen dänischen Auftraggeber begonnen werden. „Der unterzeichnete Vertrag über zwei RoRo-Spezialtransporter für die dänische Reederei DFDS liegt uns jetzt vor“, teilte Rechtsanwalt Tobias Brinkmann am Freitag im Auftrag der Insolvenzverwaltung in Hamburg mit.

Der Vertrag stehe noch unter Bedingungen, allerdings handele es sich dabei im Wesentlichen um Gremiumvorbehalte, sagte Brinkmann.

„Wir glauben jetzt, dass die aufschiebenden Wirkungen behoben werden können.“ Ein Vorbereitungsteam von knapp 130 Mitarbeitern soll ab Montag die Wiederaufnahme der Produktion in die Wege leiten. Eine Woche später sollen 300 Schiffbauer mit der Arbeit auf der Volkswerft beginnen.

Wie Brinkmann erläuterte, soll am Dienstag noch der DFDS- Aufsichtsrat dem Vertrag zustimmen. Auch das dänische Verteidigungsministerium müsse den Abschluss noch billigen, weil es mit DFDS einen Chartervertrag habe. Die Schiffe mit einer Ladekapazität von 185 Lastwagen und knapp 350 Containerstellplätzen sollen später im Fährlinienverkehr und für den Transport von deutschen und dänischen Truppen und Technik in Krisengebieten eingesetzt werden.

Die Fertigstellung der Fähren soll die rund 300 Mitarbeiter für ein Jahr beschäftigen. Dafür wurde im Dezember 2012 eine Betreibergesellschaft gegründet, in die die Schiffbauer aus der Transfergesellschaft wechseln sollen. Bislang hält in Stralsund lediglich ein Kernteam der Belegschaft die Volkswerft betriebsbereit.

Für den Betrieb gibt es trotz einiger Interessensbekundungen bislang kein belastbares Kaufangebot. Die Schwesterwerft in Wolgast wurde zum 1. Mai 2013 an die Bremer Lürrsen-Werft verkauft. Experten gehen davon aus, dass die Werft mit einem laufenden Auftrag für mögliche Kaufinteressenten deutlich attraktiver wäre. Anfang Januar hatte DFDS erklärt, für die Schiffe 84 Millionen Euro zahlen zu wollen.

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