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Bürgschaft für Fertigstellung von Schiffen in Stralsund : P+S-Werft: Hoffnung für 300 Werftarbeiter

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Die Zukunft des Schiffbaus in MV hat sich etwas aufgehellt: Die insolvente P+S-Werft in Stralsund wird zwei Schiffe für die dänische Reederei DFDS fertigbauen können. Das Land bürgt mit 43,5 Millionen Euro.

svz.de von
erstellt am 23.Dez.2012 | 05:47 Uhr

Schwerin/Stralsund | Die Zukunft des Schiffbaus in Mecklenburg-Vorpommern hat sich kurz vor dem Fest etwas aufgehellt: Nur Stunden nach der Bekanntgabe eines neuen Großauftrages für die Nordic Yards in Wismar und Warnemünde zeichnete sich ab, dass auch die insolvente P+S-Werft in Stralsund aller Voraussicht nach zwei Schiffe für die dänische Reederei DFDS fertigbauen kann. Das Land sichert den Weiterbau der beiden RoRo-Fähren mit Garantien in Höhe von 43,5 Millionen Euro. Ein Kreditbürgschaftsvertrag sei bereits Anfang Dezember mit dem Insolvenzverwalter unterzeichnet worden, teilte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums in der Nacht zum Samstag mit. Der Vertrag enthalte auflösende Bedingungen, die jetzt aber nicht einträten.

Zuvor war bekanntgeworden, dass die Verhandlungen zwischen dem Insolvenzverwalter und dem Auftraggeber, der dänischen Reederei DFDS, erfolgreich abgeschlossen wurden. Der Vertrag über den Weiterbau der Schiffe sei "endverhandelt", sagte ein Sprecher von Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann. Unterschrieben war der Vertrag am Freitagabend allerdings noch nicht. Das Land hatte eine Frist für die Gewährung der Kreditbürgschaft gesetzt, die um Mitternacht ablief. Auch weitere Bedingungen für die Bürgschaft wurden nach Angaben des Ministeriums erfüllt. Die EU-Kommission erhebe keine Einwände, und die Bürgschaft sei nach Einschätzung einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft haushaltsrechtlich vertretbar. Zudem sei ein Schiffbausachver ständiger zu dem Ergebnis gekommen, dass die P+S-Werft in der Lage sei, die Schiffe in Insolvenz fertigzubauen.

Die beiden begonnenen Schiffsneubauten liegen auf der Stralsunder Volkswerft und sollen dort die Weiterbeschäftigung für rund 300 Schiffbauer ab 2. Januar sichern. DFDS will Anzahlungen in Höhe von 40 Millionen Euro für deren Fertigstellung leisten, möchte das Geld aber über eine Bürgschaft abgesichert wissen.

Die Weiterarbeit an den Schiffen soll den Stralsunder Betrieb für mögliche Käufer interessant machen. Derzeit ruhen die Arbeiten in Stralsund. Während es für die Schwesterwerft in Wolgast mit der Bremer Lürssen-Gruppe einen Käufer gibt, liegen für die Stralsunder Werft mit einst mehr als 1000 Beschäftigten bislang keine konkreten Kaufangebote vor.

Die Nordic-Yards in Wismar und Warnemünde haben unterdessen einen Großauftrag vom russischen Transportministerium erhalten. Es sei ein Vertrag zum Bau von zwei eisbrechenden Rettungs- und Bergungsschiffen im Wert von 150 Millionen Euro unterschrieben worden, teilte das Unternehmen am Freitag mit. "Die Finanzierung erfolgt direkt vom russischen Staat und ist bereits heute gesichert", hieß es in der Mitteilung. Nordic Yards ist seit 2009 im Besitz des russischen Investors Vitaly Yusufov. Ende November waren bei Nordic 1125 Mitarbeiter beschäftigt, davon wurden nach Angaben des Unternehmens 200 Leute neu eingestellt.

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