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Outlet-Center: Streit zwischen Wittenburg und Schwerin

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erstellt am 13.Jan.2012 | 06:25 Uhr

Wittenburg/Schwerin | Eine Äußerung der Schweriner Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow zum in Wittenburg geplanten Outlet-Center hat für erheblichen Unmut in der Region und im Landkreis gesorgt. Gramkow hatte vor dem Wirtschaftsrat der CDU in Schwerin auf Anfrage zum Center Stellung genommen und diese Ansiedlung als schädlich für den Schweriner Einzelhandel abgelehnt. Zugleich lud sie alle Anwesenden ein, die Stadt in dieser Position zu unterstützen.

Nicht nur in Wittenburg kam an, dass Schwerin alle aufgefordert habe, das am Alpincenter geplante Verkaufsgelände in jedem Fall zu verhindern. Wittenburgs Bürgermeister Norbert Hebinck hat überhaupt kein Verständnis für diese Äußerung. "Es ehrt uns ja fast, wenn eine Landeshauptstadt das geplante kleine Center so ernst nimmt. Aber so kann man doch in einer Region nicht zusammenarbeiten. Schwerin muss endlich mal souveräner werden in der Frage. Das Outlet-Center wird eine Bereicherung für die ganze Region sein und keine Bedrohung."

Bei der van-der-Valk-Gruppe, die das Outlet-Center bauen lassen will, war man enttäuscht. Sprecher Volker Wünsche: "Es ist extra ein kleines Center geplant, das zusammen mit anderen Investitionen unseren alpinen Park voranbringen soll. Die 12 500 Quadratmeter Verkaufsfläche, verteilt auf viele Läden, sind keine Bedrohung für den Schweriner Einzelhandel."

Die Äußerungen der Oberbürgermeisterin waren z. B. auf dem Hagenower Stadtempfang das Thema. Nicht wenige der Verantwortungsträger wiesen darauf hin, dass gerade der Schweriner Einzelhandel von seinem Umland lebe. Genauso gut könnte man die Bevölkerung in den Landkreisen auffordern, künftig nicht mehr in Schwerin einzukaufen. Vor allem Landrat Rolf Christiansen zeigte sich auf dem Empfang irritiert. Gestern gab es dann eine gemeinsame Stellungnahme des Kreises und der Wirtschaftsförderung. "Wir begrüßen die geplante Ansiedlung eines Outlet-Centers. Als Ergänzung des Sport- und Freizeitangebots im zukünftigen Feriendorf Wittenburg birgt das geplante Center eindeutiges Potenzial für Mecklenburg-Vorpommern."

Angelika Gramkow indes zeigte sich überrascht von dem Echo, dass ihre Bemerkung auslöse. Der Landrat kenne ihre Position in der Frage schon lange und dem Bürgermeister von Wittenburg, Norbert Hebinck, könne sie nur ein gemeinsames Gespräch zu dem Thema anbieten. Der erinnerte sich gestern nur an den ersten Anlauf für ein derartiges Center in Wittenburg vor acht Jahren. Auch damals hätte es erheblichen Widerstand gegeben.

Jetzt gehe es in Wittenburg nicht nur um das Center sondern auch um 1500 Hotelbetten und ein großes Schwimmbad. "Dorthin werden wohl auch die Schweriner kommen oder ist das dann eine Bedrohung für die Schweriner Einrichtungen? Schwerin sollte sich lieber mal um das Thema bezahlbarer Parkplätze für Besucher der Stadt außerhalb der Center kümmern. Oder sollen wir alle bereits in Klein Rogahn parken?"


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