Wittenburg : Outlet-Center kostet Händler Millionen

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Umsatzverluste durch Wittenburger Fabrikverkauf in der Region größer als bekannt.

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24. November 2017, 05:00 Uhr

Millionenschwere Verluste für Einzelhändler in Westmecklenburg: Der Bau des geplanten Factory-Outlet-Centers (FOC) in Wittenburg belastet die Geschäfte heimischer Kaufleute in Schwerin, Hagenow, Ludwigslust und Parchim stärker als bekannt. Vor allem Textil-, Schuh- und Lederwarenhändlern werden durch den umstrittenen Einkaufstempel Umsätze von mehr als 22 Millionen Euro abgezogen, ergab eine Analyse der Unternehmensberatung ecostra aus Wiesbaden. Besonders betroffen: Hagenow. Vor allem in Schuhgeschäften erreiche der Umsatzabzug eine „durchaus kritische Größenordnung“, ermittelten die Marktbeobachter.

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In dem im Umfeld der Skihalle von holländischen Investoren für 200 Millionen Euro geplanten Einkaufs- und Freizeitpark Wittenburg-Village soll Mecklenburg-Vorpommerns erstes großes Fabrikverkaufszentrum entstehen – mit einer Verkaufsfläche von 12 600 Quadratmetern in 60 Geschäften, entgegen dem erst 2016 fortgeschriebenen Landesplanungsrecht. Das sieht allein in Oberzentren neue großflächige Einkaufszentren von mehr als 5000 Quadratmetern vor. Dort heißt es u. a.: „Einzelhandelsgroßprojekte ... sind nur in Zentralen Orten zulässig.“ Wittenburg gilt lediglich als Grundzentrum. Die Investoren drängen daher auf eine Sondergenehmigung des Landes. Eine Entscheidung darüber wird noch in diesem Jahr erwartet.

Die Marktforscher kommen zwar zu dem Schluss, dass das Outlet-Center „wirtschaftsstrukturell, städtebaulich und raumordnerisch als verträglich einzustufen ist“. Bei einer Genehmigung des Zentrums mit einem erwarteten Umsatz von mehr als 50 Millionen Euro können Händler in der Region aber Millionen abschreiben: Allein in Schwerin erwartet ecostra in Geschäften mit Bekleidung, Schuhen und Lederwaren sowie anderen Sortimenten Umsatzverluste von knapp acht Millionen Euro, in den noch wenigen Läden in Hagenow und Parchim je etwa eine Million Euro. Schwerins Industrie- und Handelskammer (IHK) warnt vor Risiken: Das Projekt trage zwar als touristisches Resort zur Standortsicherung der Skihalle bei. Sorge bereite die Umverteilung von Einzelhandelsumsatz und Kaufkraft aus bestehenden Einkaufslagen in der Region, meinte IHK-Expertin Stefanie Scharrenbach: „Hier können negative Auswirkungen auf bestehende Einzelhandelsstrukturen nicht ausgeschlossen werden.“

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