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Aquakulturen : Ostseeschnäpel wieder auf Tellern

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Verschmutzung der Ostsee brachte den Arme-Leute-Fisch fast zum Aussterben - mit Aquakulturen könnte er zum Speisefisch werden

Der seltene Ostseeschnäpel kann sich nach Ansicht von Biologen bald zu einem Speisefisch entwickeln. Die Grundlagen dafür seien in den vergangenen Jahren in Aquakultur-Forschungen gelegt worden, so Alexander Rebl vom Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN) in Dummerstorf bei Rostock. Die jüngsten molekularbiologischen und genetischen Ergebnisse zeigten, dass die Haltung des auch Große Maräne oder Steinlachs genannten Fisches möglich und sinnvoll ist.

Der Schwerpunkt der Versuche lag darin, den Einfluss von Temperatur, Haltungsdichte und Krankheitserregern auf die Zucht von Ostseeschnäpeln zu ermitteln. „Für die Haltung in einer Aquakultur müssen die Fische vital und robust sein“, betonte Rebl. Auf Basis der vom FBN und der Landesforschungsanstalt gewonnenen Daten könnte der Brackwasserfisch in Aquakultur einen Beitrag zur Sicherung der Existenzgrundlagen für Fischereibetriebe in den Boddengewässern und Binnenseen sein.

In Mecklenburg-Vorpommern sind in den vergangenen Jahren einige Aquakulturen entstanden, nach früheren Angaben des Landwirtschaftsministeriums werden dort jährlich mehr als 1000 Tonnen Fisch produziert, vor allem Forelle, Lachs und Wels. Die Bedeutung von Aquakulturen zur Welternährung wächst ständig angesichts des zurückgehenden Fischbestandes in den Weltmeeren und stetig weiter wachsenden Bedarfs an Fischfleisch. Der Ostseeschnäpel spielt dabei aber keine Rolle, der „wohlschmeckende Edelfisch“ verbreitert nach Expertenmeinung aber die Palette der Aquakulturfische. Das Land hat die Forschungen mit mehr als einer Million Euro gefördert. Im vergangenen Jahr konnten fünf Tonnen Ostseeschnäpel in der Teichwirtschaft Frauenmark produziert werden.

Dabei stand der Ostseeschnäpel durch die Verschmutzung der Ostsee  vor dem Aussterben. „Er gilt aber dank umfangreicher Wiederansiedelungsprogramme in MV inzwischen nicht mehr als gefährdet –  das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung“, so der Chef des Thünen-Instituts für Ostseefischerei, Christopher Zimmermann. Die erfolgreichen Forschungen seien ein Beispiel dafür, dass sich die Spezialisierung auf regionale Arten sowohl in der Aquakultur wie in der Wildfischerei lohnen kann.

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