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Mecklenburg-Vorpommern

15. Dezember 2017 | 01:57 Uhr

Forschung : Ostseefische bestehen Stresstest

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Dummerstorfer Forscher stellen Ergebnisse zu Aquakulturen vor. Bornforelle und Schnäpel eignen sich für die Mast

svz.de von
erstellt am 20.Feb.2016 | 05:00 Uhr

Im Leibniz-Institut für Nutztierbiologie in Dummerstorf sind gestern die Ergebnisse eines Pilotprojekts zur Fischproduktion in Aquakulturen vorgestellt worden. Ziel der Arbeiten ist es, die Aquakulturen in Mecklenburg-Vorpommern deutlich auszubauen. Im Mittelpunkt der Untersuchungen standen die so genannte Bornforelle und der Ostseeschnäpel. Diese beiden Arten könnten sich besonders für die Mast in Aquakulturen eignen.

Die wissenschaftlichen Details sind wichtig, um die Haltung der Tiere möglichst artgerecht, aber auch effizient zu gestalten. Insgesamt werden in Mecklenburg-Vorpommern aktuell in zehn Betrieben jährlich rund 1000 Tonnen Fisch produziert. Nach Meinung des Landwirtschaftsministers Till Backhaus (SPD) soll die Fischproduktion deutlich ausgebaut werden. „Die Aufzucht von Fischen, Krebsen und Muscheln in Aquakulturanlagen macht gerade zwei Prozent des ohnehin geringen Selbstversorgungsgrades aus“, so Backhaus.

Die Dummerstorfer Forscher hatten vor sieben Jahren begonnen, die Stressresistenz von Regenbogenforellen zu untersuchen. Sie hatten dann in der Fischereiforschungsstation Born auf dem Darß ihre Arbeiten auf die Molekulargenetik der Tiere ausgeweitet. Die Wissenschaftler des Leibniz-Institutes sind zudem mit verantwortlich für das Comeback des Ostseeschnäpels, der auch als Steinlachs oder Große Maräne bekannt ist. Sie hatten erstmals eine molekularbiologische Analyse von ihm vorgelegt.

Hintergrund der Forschungen ist der rasant wachsende Bedarf der Weltbevölkerung an Fisch. Der Fischfang kann mit der steigenden Nachfrage nicht mithalten und stagniert schon seit zwei Jahrzehnten.

Eine Folge ist nach Meinung von Wissenschaftlern der Raubbau in den Meeren und die zunehmende Gefahr des Aussterbens ganzer Fischpopulationen.

Die Aquakulturen weisen dagegen ein stetiges Wachstum auf, umso größer ist der Forschungsbedarf. Dabei müssen viele Fragen nach den Haltungsbedingungen beantwortet werden: Wie viele Tiere können auf engem Raum gehalten werden oder wie kann in diesen Tierbeständen die Verbreitung von Krankheiten verhindert werden?

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