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Rügen : Ostsee-Windpark „Wikinger“ vor Fertigstellung

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Nach neun Monaten Bauzeit sind fast alle Turbinen des Iberdrola-Windparks „Wikinger“ in der Ostsee installiert. Doch der Strom gelangt erst im nächsten Jahr an Land.

svz.de von
erstellt am 17.Okt.2017 | 20:45 Uhr

In der Ostsee um Rügen steht ein zweiter großer Windpark vor der Fertigstellung. Nachdem vor zwei Jahren der EnBW-Windpark „Baltic 2“ in Betrieb ging, installiert der spanische Energiekonzern Iberdrola derzeit die letzten vier Anlagen seines Offshore-Windparks „Wikinger“ nordöstlich von Rügen. Bis Ende Oktober soll die Installation aller 70 Anlagen abgeschlossen werden, sagte ein Unternehmenssprecher am Dienstag. Parallel dazu liefen die Arbeiten zu Inbetriebnahme der Anlagen.

Trotz des nahenden Bauendes könnte der Windpark erst Ende 2018 den ersten Strom an Land bringen. „Wikinger“ warte auf die Netzanbindung, sagte der Sprecher weiter.

Für die Netzanbindung und die Verlegung des 90 Kilometer langen Stromkabels „Ostwind 1“ ist der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz zuständig. Das Kabel führt vom Windparkfeld rund 30 Kilometer vor Rügen durch Ostsee und Greifswalder Bodden bis nach Lubmin. Die voraussichtlichen Fertigstellungstermine der Netzanbindung des Windparks Wikinger seien der 30. November 2018 und der 30.

Juni 2019, sagte ein 50Hertz-Sprecher. Erst ab diesen Terminen habe der Offshore-Windpark „Wikinger“ dem Energiewirtschaftsgesetz zufolge Anspruch auf die Netzanbindung.

Das erste Seekabel der Stromanbindung liegt zwar bereits in der Ostsee. Man befinde sich aber noch in der Errichtungsphase mit abschließenden Bauarbeiten und Tests. Ob bereits während dieser Errichtungsphase eine temporäre Einspeisung möglich sein werde, sei noch völlig ungewiss.

Iberdrola will solange den Windpark „kalt“ in Betrieb nehmen und die Anlagen im Inselmodus fahren. Das bedeute, dass der Windpark bis zur Netzanbindung nur so viel Strom erzeugen wird, um sich selbst zu versorgen - beispielsweise für Beleuchtung und Klimatisierung. Das 1,4 Milliarden Euro teure Projekt „Wikinger“ kann mit seinen 70 Anlagen der fünf Megawatt-Klasse rein rechnerisch Strom für 350 000 Haushalte liefern.

 

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