Marine : Ostsee „Meer der Kooperation“

Marine-Schnellboot „Hyäne“: „Eine signifikante Veränderung der Lage.“
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Marine-Schnellboot „Hyäne“: „Eine signifikante Veränderung der Lage.“

Inspekteur: Personallage bei der Marine verbessert sich langsam / Probleme bei IT und Elektrotechnik / Mehr Planbarkeit für Soldaten

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06. August 2015, 07:55 Uhr

Die Personalsituation der Deutschen Marine verbessert sich nach Angaben ihres Inspekteurs Andreas Krause langsam. „Die Nachwuchsgewinnung läuft in die richtige Richtung“, sagte er gestern in Rostock am Rande des 15. Maritimen Sicherheitskolloquiums. Die Aktion „Marine Live“ mit mehreren hundert kurzfristigen Mitfahrplätzen auf Schiffen sei gut angenommen worden.

Derzeit sind in der Marine rund 16 300 Soldaten beschäftigt. Rund 3500 von ihnen konnten in den vergangenen zwei Jahren gewonnen werden. Große Probleme bereite jedoch die Besetzung von Dienstposten in hoch spezialisierten Gebieten wie IT oder Elektrotechnik, erklärte Krause. Junge Spezialisten sollten künftig mit dem Programm „Marine, Technik und Meer“ gewonnen werden.

Krause hofft, dass die Attraktivität der Marine mit der Umsetzung der EU-Arbeitsschutzrichtlinie gesteigert werden kann. Damit soll gewährleistet werden, dass die Soldaten mehr Zeit bei ihren Familien verbringen können. Bisher hätten die Soldaten diese Planbarkeit vermisst. „Die möchte ich ihnen im Rahmen dessen geben, was der Soldatenberuf zulässt“, sagte Krause.

Der Inspekteur der Deutschen Marine, Andreas Krause, reagierte zugleich mit Verständnis auf Sorgen der Ostseeanrainer-Staaten vor der aktuellen russischen Politik. „Russland hat in der Krise um die Ukraine gezeigt, dass es bereit ist, anders als bisher Politik mit militärischen Mitteln durchzusetzen“, sagte Krause vor Beginn des Sicherheitskolloquiums. „Wir dürfen nicht zulassen, dass aus der Ostsee ein Meer der Konfrontation wird. Wir wollen es vielmehr weiterhin als ein Meer der Kooperation gestalten.“

Er könne gut verstehen, dass sich etwa die baltischen Staaten aktuell als eine Art Frontstaaten fühlen, sagte der Inspekteur. Dies sei vergleichbar mit dem Empfinden, das die Deutschen zu Zeiten des Kalten Krieges hatten. Allerdings seien die beiden Szenarien mehr als 25 Jahre nach dem Mauerfall nicht miteinander zu vergleichen.

Die Deutsche Marine als größte im Bereich der verbündeten Länder im Ostseeraum sei bereit, in dieser Kooperation eine wichtige Rolle einzunehmen. „Wir bieten einen Rahmen an, an den sich kleinere Marinen auf Augenhöhe anlehnen können“, sagte Krause. Dazu gehöre etwa die gemeinsame Einsatzausbildung oder der Austausch von Personal.

Trotz des großen Willens zur Kooperation betonte Krause die Notwendigkeit von gemeinsamen Nato-Manövern auf der Ostsee wie jüngst das Manöver „Baltops“. An dem Mitte Juni zu Ende gegangenen „Baltops“-Manöver unter Leitung eines US-Admirals nahmen 49 Schiffe aus 15 Staaten teil. „Wir haben dort mit einer veritablen Truppenstärke unsere Verteidigungsbereitschaft signalisiert“, erklärte Krause.  

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