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Ostprodukte : „Ostmarke nicht mehr Billigmarke“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ostprodukte sind 25 Jahre nach Mauerfall und Wiedervereinigung nun auch bundesweit im Kommen.

svz.de von
erstellt am 24.Okt.2014 | 11:45 Uhr

Ostprodukte sind 25 Jahre nach Mauerfall und Wiedervereinigung nun auch bundesweit im Kommen. Allerdings gibt es immer noch Unterschiede im Kaufverhalten zwischen Ost und West, wie aus einer gestern vorgestellten Studie des Instituts für angewandte Marketing- und Kommunikationsforschung (IMK)  und der MDR Werbung hervorgeht. Richtig geschafft hat es demnach Rotkäppchen als Marktführer bei Sekt in Ost und West.

Auch mehrere Biersorten und die Quarkspeise Leckermäulchen werden demnach zunehmend in ganz Deutschland gekauft. Im gesamten Osten – aber weniger im Westen – bekannt sind etwa Bautzner Senf, Nudossi oder das Knusperbrot Filinchen. Grundsätzlich hat sich das Image laut IMK-Geschäftsführer Sören Schiller gewandelt. „Ostmarke ist nicht mehr Billigmarke“, sagte er. In die West-Ost-Markenstudie 2014 wurden 60 Ostmarken einbezogen. Repräsentativ befragt wurden von Juni bis August 2014 rund 2000 Ost- und rund 1000 Westdeutsche.

Ein großer Teil der Ostmarken sei nur im Produktions- Bundesland und allenfalls in angrenzenden Regionen bekannt. Marken aus den neuen Bundesländern gelten in der Heimat als glaubwürdig, sympathisch, kultig, ehrlich und preiswert.

Allerdings bröckelt der Patriotismus. Die Hersteller von Ostprodukten müssen aufpassen, dass ihnen die Kunden nicht wegsterben, ergab die Studie. Denn der Impuls, Ostprodukte zu kaufen, weil sie aus der Heimat kommen, sei bei der jüngeren Generation bei weitem nicht mehr so ausgeprägt, wie bei den ab 40-Jährigen.

Erforscht hat die Studie auch das Essverhalten in Ost und West. Auf dem sonntäglichen Mittagstisch landen in alten und neuen Ländern am häufigsten Kartoffeln, Geflügel und Kohlgemüse. Knödel und Klöße essen besonders gern die Bayern und die Thüringer, während Baden-Württemberger eher zu Spätzle greifen.

In Mitteldeutschland ist Kohlgemüse besonders beliebt, im Westen und Süden ist es Fruchtgemüse, wie Tomate, Paprika oder Kürbis. Ostdeutsche bevorzugen am Sonntag Geflügel gefolgt von Rind.

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