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Tierauffangstation in Kiekindemark : "Osterhasen" und Hunde in Not

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"Ach ist das Häschen niedlich", bekommen Eltern vor allem in der Osterzeit nicht selten zu hören. Die Kinder lassen nicht mehr locker und am Ende geben die Eltern nach und überraschen nicht nur mit versteckten Osterkörbchen.

svz.de von
erstellt am 30.Mär.2012 | 08:55 Uhr

Kiekindemark | "Ach ist das Häschen niedlich", bekommen Eltern vor allem in der Osterzeit nicht selten zu hören. Die Kinder lassen nicht mehr locker und am Ende geben Papa und Mama nach und überraschen den Sprössling am Ostersonntag nicht nur mit versteckten Osterkörbchen, sondern setzen dem Fest mit einem lebenden Kaninchen die Krone auf. Die Freude ist riesengroß, doch spätestens nach dem ersten Ausmisten des Stalls kommen der Familie Zweifel auf, ob ein Kaninchen überhaupt zur Familie passt. "Leider werden nach den Osterfeiertagen immer wieder Kaninchen gefunden, die offensichtlich ausgesetzt wurden. Wenn die Vierbeiner Glück haben, landen sie bei uns in der Tierauffangstation und können an Tierliebhaber weiter vermittelt werden, sagt Peter Urban, der seit Mitte der 90er Jahre die Einrichtung der Stadt Parchim auf dem Forsthof in Kiekindemark betreut. Und doch gibt es auch für ihn immer wieder Überraschungen. "In diesem Jahr müssen wir uns bereits vor dem Osterfest mit dem Thema Fundkaninchen beschäftigen. Vor einigen Tagen wurde eine Zippe mit zwei Jungtieren in Parchim gefunden. Das Trio wurde offensichtlich ausgesetzt", so Urban. Die Geschichte fand schnell ein glückliches Ende, denn die niedlichen Kaninchen fanden schnell ein neues Zuhause.

Urban appelliert, "Tiere sind kein geeignetes Ostergeschenk". Eltern sollten sich langfristig und gut überlegen, ob sie für die Haltung von Tieren die nötige Zeit, das fachliche Wissen und Geduld haben. Erst, wenn feststeht, dass die Tiere in der Familie für längere Zeit, einen Platz bekommen können, macht die Anschaffung einen Sinn. Dann sind Tiere auch für die Erziehung der Kinder hilfreich.

Peter Urban muss leider mit ansehen, dass der Umgang mit Tieren zu wünschen übrig lässt. "Der Negativtrend setzt sich fort. In diesem Jahr musste ich in der Tierauffangstation bereits 25 Fundhunde aufnehmen. Diese Zahl habe ich in den Vorjahren erst in einem halben Jahr erreicht", gibt Peter Urban zu bedenken.

Im Moment sind in Kiekindemark vier Hunde, für die dringend ein neues Zuhause gesucht wird. Es handelt sich um einen reinrassigen Labrador, einen Labrador-Mischling und zwei weitere Mischlingshunde, die in den zurückliegenden vier Wochen in Parchim aufgegriffen worden sind. "Viele Vierbeiner, die vorübergehend bei uns versorgt werden, sind gut erzogen, oft stubenrein und als Familienhund geeignet", meint der Experte. Urban bleibt nun nur die Hoffnung, dass sich schnell Tierfreunde finden, die den Hunden ein neues Zuhause geben. Erst Anfang dieser Woche konnten so zwei Fundhunde an neue Besitzer vermittelt werden. Dankbar ist Peter Urban für die Unterstützung. Da die Hunde kostenlos abgegeben werden, bedanken sich neue Besitzer oft mit einer Futterspende. "Dankbar bin ich auch der Landschlachterei Lauck aus Prislich, die uns seit Jahren unterstützt", sagt Urban.

Wer sich für einen Fundhund interessiert, kann mit Peter Urban unter Telefon 0174/719 469 4 Kontakt aufnehmen. Bevor eines seiner Pflegetiere einen neuen Besitzer bekommt, wird in einem Gespräch geklärt, ob die dafür notwendigen Voraussetzungen erfüllt sind.

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