Ostdeutsche bei der Rente weiter benachteiligt

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26. September 2012, 08:13 Uhr

Schwerin/Berlin | Die Rentenunterschiede zwischen Ost und West bleiben mindestens bis zur Bundestagswahl 2013 weiter bestehen. Die Angleichung werde bis dahin nicht mehr auf den Weg gebracht, sagte der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Christoph Bergner (CDU). Diese Position findet sich auch im Bericht zur Deutschen Einheit, der gestern dem Bundeskabinett vorgelegt wurde. Der Rentenwert Ost beträgt derzeit 89 Prozent vom Rentenwert West.

Heftige Kritik kam von Ministerpräsident Erwin Sellering. "Die Angleichung der Renten zwischen Ost und West ist nicht nur eine Frage der sozialen Gerechtigkeit. Es geht hier auch um die Anerkennung von Lebensleistungen", sagte der SPD-Politiker gegenüber unserer Redaktion. Er finde es unmöglich, dass die Bundesregierung entgegen ihren Ankündigungen in dieser Wahlperiode nichts tun wird, um zu einer Rentenangleichung zu kommen. "Die innere Einheit wird erst vollendet sein, wenn es keine Rente Ost und keine Rente West mehr gibt", so der Regierungschef.

Kritik kam auch von der Linken. "Das Eingeständnis, in dieser Legislaturperiode die Renten Ost an West nicht angleichen zu wollen, schlägt dem Fass den Boden aus", meinte Helmut Holter, Fraktionsvorsitzender der Linken im Schweriner Landtag. Die Fraktion will heute den Antrag "22 Jahre Deutsche Einheit - Die Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse in Ost und West erfordert entschlossenes Handeln" ins Landesparlament einbringen.

Die Rente für Männer in Mecklenburg-Vorpommern beträgt nach Auskunft der Deutsche Rentenversicherung im Durchschnitt 1000,65 Euro im Monat. Das ist im Vergleich der Bundesländer der zweitniedrigste Wert in Deutschland. Der Bundesdurchschnitt liegt bei Männern bei 1049,20 Euro monatlich. Rentnerinnen im Nordosten bekommen im Durchschnitt 652,84 Euro und liegen mit etwa 130 Euro über dem Bundesdurchschnitt der Frauen. Der Grund für den Unterschied liegt im höheren Anteil berufstätiger Frauen in der DDR.

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