zur Navigation springen

25 Jahre Mauerfall : Ost und West kommen sich näher – Vorurteile bleiben

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

25 Jahre nach der Wende geht eine Studie der Frage nach: Wie haben sich die Menschen verändert?

von
erstellt am 02.Okt.2014 | 14:14 Uhr

Ost- und Westdeutsche unterscheiden sich in ihren Lebenszielen und privaten Wertvorstellungen kaum mehr voneinander, halten aber an ihren gegenseitigen Vorurteilen fest. Das ergab eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag des medienhaus:nord in Zusammenarbeit mit 14 weiteren ostdeutschen Tageszeitungen. Die Studie aus Anlass des 25. Jahrestags der Friedlichen Revolution und des Mauerfalls ist eine der umfassendsten der vergangenen Jahre.

Eine große Übereinstimmung zwischen den alten und neuen Ländern gibt es, wenn es um die nötige Stabilität im Leben geht. Bei den vier wichtigsten Faktoren gibt es hier kaum noch nennenswerten Unterschiede mehr: Ausreichend Geld (80 Prozent Ost/81 Prozent West), die eigene Familie (79/79), gute Freunde (63/66) und der eigene Partner (62/63) sind die vier Punkte, die für alle Deutschen ausschlaggebend sind. Der Ostdeutsche setzt bei der Absicherung darüber hinaus weiterhin stärker auf den Staat, während der Westdeutsche auf das Eigentum sowie Recht und Gesetz baut. Nur 41 Prozent der Ostdeutschen ist das Rechtssystem für ihre Sicherheit wichtig, aber dagegen 58 Prozent der Westdeutschen.

Ähnlich sieht es bei den Sorgen aus. Die eigene Pflegebedürftigkeit treibt 61 Prozent der Ost- wie Westdeutschen um und wird im Osten nur noch von der Angst vor zunehmender Gewalt und Kriminalität um einen Prozentpunkt übertroffen. Der Westen ist in dieser Frage etwas entspannter (52 Prozent). Insgesamt werden die ersten acht Sorgen-Plätze in Ost und West vor allem von der Renten-Sicherheit sowie steigenden Preisen und den möglichen Folgen dominiert in nahezu gleicher Ausprägung in Ost wie West.

Große Unterschiede gibt es in der Beurteilung von Politik und Wirtschaft. Während 74 Prozent der Westdeutschen die Demokratie als beste Staatsform betrachten, teilen in Ostdeutschland nur 40 Prozent diese Auffassung. Beide Werte haben sich seit 1990 nur geringfügig verändert. Auch das Freiheitsverständnis unterscheidet sich erheblich. Den Westdeutschen sind Meinungsfreiheit, Rechtsstaat, freie Berufswahl und Recht auf Eigentum deutlich wichtiger als den Ostdeutschen.

In ihrem Gesamturteil über die vergangenen 25 Jahre zeigt sich im Osten die sogenannte Wendegeneration der 35- bis 59-Jährigen am zufriedensten. Für 65 Prozent der Befragten ist die Entwicklung Deutschlands seit dem Mauerfall eine Erfolgsgeschichte. Generell sieht sich jeder zweite Ostdeutsche als Gewinner der Wende und ein knappes Viertel als Verlierer.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen