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Mecklenburg-Vorpommern

13. Dezember 2017 | 10:25 Uhr

Orkantief „Andrea“ kommt mit Sturmflut

vom

svz.de von
erstellt am 05.Jan.2012 | 06:26 Uhr

Mecklenburg-Vorpommern

Das Orkantief „Andrea“ schüttelt Mecklenburg-Vorpommern kräftig durch, größere Schäden wurden aber zunächst nicht gemeldet. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg und Rostock warnte für Freitagvormittag an der Küste vor Sturmfluten. In der Kieler und in der Lübecker Bucht werden Wasserstände bis 1,4 Meter über Normal erwartet, in der Region um Rügen bis 1,3 Meter über Normal. Das Unwetter hatte auch Auswirkungen auf die Suche nach der verschütteten Katharina auf Rügen und nach weiteren Leichenteilen am Tollensesee.

Die Suche nach Katharina am Kap Arkona wird durch den Sturm erneut verzögert. Bei Windstärken von sieben bis acht sei mit einer zusätzlichen Wellenbelastung von einem bis zu 1,50 Meter zu rechnen, sagte Ines Perlet vom BSH in Rostock der dpa. „Damit steht vermutlich der gesamte Strandbereich unter Wasser.“ Nach Angaben des BSH wird der Wasserstand den gesamten Freitag hoch bleiben und erst im Laufe des Samstags wieder langsam zurückgehen.

Stürmischer Wind und aufgewühltes Wasser im Tollensesee erschwerten am Donnerstag die Aufklärung des mysteriösen Frauenmordes bei Neubrandenburg. Wegen des Wetters konnte vorerst nicht auf dem Wasser nach weiteren Leichenteilen gesucht werden, wie ein Polizeisprecher in Neubrandenburg sagte. Nur von Land aus wurde Ausschau nach Beweisstücken und weiteren Körperteilen des Opfers gehalten. Am Sonntag waren die ersten Teile einer Frauenleiche im See rund 100 Kilometer nördlich von Berlin aufgetaucht.

Nach einem schweren Hagelschauer westlich von Rostock ereigneten sich am Donnerstagmittag auf der Autobahn 20 mehrere Unfälle auf glatter Straße. Es habe in kurzer Zeit zwischen den Anschlussstellen Bad Doberan und Kröpelin (Landkreis Rostock) insgesamt vier Unfälle gegeben, sagte der Sprecher der Polizei in Güstrow, Gerd Frahm. Nach dem Schauer habe sich auf der Fahrbahn ein Schicht aus Eis und Schnee gebildet. Ein Kind wurde leicht verletzt. Der Gesamtschaden der Unfälle wird auf 50 000 Euro geschätzt.

Deutschland

In Bayern starb eine Frau bei einem Autounfall. Im Münsterland entgleiste ein Regionalzug beim Zusammenstoß mit einem umgestürzten Baum.
Teile Bayerns wurden besonders hart getroffen. Im oberfränkischen Weißenstadt starb eine 43 Jahre alte Autofahrerin nach einem Frontalzusammenstoß. In Bremen stürzte ein Baum auf ein Taxi. Der Fahrer konnte sich bei dem Unglück auf den Beifahrersitz retten, wie die Polizei berichtete. Der Mann wurde an der Schulter verletzt.

In Regensburg und im bayerischen Thannhausen wurden Dächer eines Möbelhauses und eines Supermarktes abgedeckt.
Bei Reken im Münsterland prallte ein Regionalzug gegen einen vom Sturm entwurzelten Baum und entgleiste. Vier Fahrgäste und der Triebwagenführer kamen mit dem Schrecken davon.
Auf der Zugspitze und auf dem Feldberg im Schwarzwald wurden Orkanböen mit Spitzengeschwindigkeiten von 176 Kilometern pro Stunde gemessen.
In Hessen riss „Andrea“ Bäume aus, warf einen Container von einem Schiff auf dem Rhein und wehte einen Lastwagen um.
In Köln wurde die „Hochwassermarke eins“ erreicht. Es gebe erste Einschränkungen für die Schifffahrt. Zum Wochenende könnte sich die Hochwasserlage noch verschärfen.


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