Graal-Müritz : Ordensschwester erhält Siemerling-Sozialpreis

Ordensschwester Gratia Kukla in der Katholischen Familienferienstätte St. Ursula in Graal-Müritz  <foto>Bernd Wüstneck, dpa</foto>
Ordensschwester Gratia Kukla in der Katholischen Familienferienstätte St. Ursula in Graal-Müritz Bernd Wüstneck, dpa

Der Siemerling-Sozialpreis ist die älteste Sozialauszeichnung in Mecklenburg-Vorpommern. Ordensschwester M. Gratia Kukla aus Graal-Müritz erhält ihn für ihr 40-jähriges soziales Wirken.

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13. März 2013, 05:07 Uhr

Graal-Müritz | Ordensschwester M. Gratia Kukla aus Graal-Müritz (Landkreis Rostock) hat starke Beweggründe für ihr jahrzehntelanges Wirken in der heutigen Familienferienstätte Sankt Ursula. "Ich möchte, dass die Menschen eine Atmosphäre der Geborgenheit und des Angenommenseins erfahren", sagt sie. Gestern wurde der 70-Jährigen der Siemerling-Sozialpreis verliehen.

Sie bekommt die Auszeichnung unter anderem für ihr Mitwirken an der zwei Jahre dauernden Umgestaltung des früheren Kinderheims Graal-Müritz zu der Familienferienstätte. Mit dem Preis werden laut Siemerling-Kuratorium auch ihre Lebensleistung und das Engagement der katholischen Missionsschwestern vom heiligen Namen Mariens im Ostseebad bei Rostock gewürdigt.

Von 1972 an arbeitete Schwester Gratia zunächst als Sozialarbeiterin in dem Kinderheim, später als dessen Leiterin. Weil die Zahl der Heimkinder gleich nach der Wiedervereinigung zurückging, wurde das Haus von 1993 an unter ihrer Regie zu einer Begegnungsstätte für Erholungssuchende umgestaltet. "Ich habe mein Leben als etwas Einmaliges erkannt und wollte es im Dienste der Menschen und im Dienste Gottes einsetzen."

So werde sie die mit dem Sozialpreis verbundenen 10 000 Euro für einen guten Zweck verwenden; Details möchte sie aber noch nicht verraten. Zusammen mit zwei anderen Schwestern lebt sie in Sankt Ursula und bietet kinderreichen Familien und Menschen mit Behinderungen ein abwechslungsreiches Erholungsprogramm an.

Ziel sei es, dass die Familien anschließend gestärkt den Alltag bewältigen können. Nach Angaben der Neubrandenburger Dreikönigs-Stiftung wird der Siemerling-Sozialpreis seit 1994 vergeben. Die Preisträger werden von einem Kuratorium mit Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Wirtschaft ausgewählt. Die älteste Sozialauszeichnung im Nordosten soll an die Apothekerfamilie Siemerling in Neubrandenburg erinnern, die im 18. Jahrhundert soziales und kulturelles Engagement förderte. Damit sollen Menschen und Vereine für ihre sozialen und kulturellen Verdienste in Mecklenburg-Vorpommern geehrt werden.

Erste Preisträger 1994 waren die Mitarbeiter des Michaelshofs in Rostock, eine evangelische Pflege- und Fördereinrichtung für behinderte Menschen. Landesrabbiner William Wolff gehört ebenfalls zu den Geehrten. Er erhielt die von Franziskanerpater Laurentius Englisch geschaffene Bronzeplastik 2006. Im Vorjahr wurde der Preis doppelt verliehen, an Eckhardt Meyer von der Sternberger Feuerwehr und an Andreas Elmer aus dem Landkreis Rostock für ehrenamtliches Engagement.

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