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Mecklenburgischen Staatskapelle Schwerin : Orchestergewerkschaft legt Konzept vor

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Die Orchestergewerkschaft DOV reagiert auf das Verlangen der Landesregierung nach massiven Gehaltskürzungen bei der Mecklenburgischen Staatskapelle Schwerin mit einem eigenen Zukunftskonzept.

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erstellt am 09.Sep.2013 | 07:13 Uhr

Schwerin/Berlin | Die Orchestergewerkschaft DOV reagiert auf das Verlangen der Landesregierung nach massiven Gehaltskürzungen bei der Mecklenburgischen Staatskapelle Schwerin mit einem eigenen Zukunftskonzept. Danach soll das viertälteste Orchester Deutschlands ein Teilbetrieb mit gewisser Selbstständigkeit und eigenem Budget innerhalb der Staatstheater GmbH werden, wie DOV-Geschäftsführer Gerald Mertens gestern in Berlin sagte. Beim Gehalt der Musiker wäre die Gewerkschaft dann zu Zugeständnissen bereit, jedoch nicht in der von der Landesregierung geforderten Höhe. Die aktuelle Forderung des Bildungsministeriums würde die 68 Musiker ein Viertel ihres Gehalts kosten, sagte Mertens.

Von einer Organisation als Teilbetrieb verspricht sich der DOV-Geschäftsführer mehr Selbstständigkeit der Staatskapelle. Diese solle für die Organisation von Konzertgastspielen und -tourneen genutzt werden. Musiktheater-Aufführungen würden dann nicht mehr über das ganze Jahr verteilt, sondern zeitlich konzentriert, sodass die Musiker Zeit für zusätzliche Aktivitäten frei bekommen, so Mertens.

Gewinne daraus sollten bei der Staatskapelle bleiben und den Musikern die Möglichkeit eröffnen, zum abgesenkten Garantiegehalt hinzuzuverdienen.

Für einen erfolgreichen Tourneebetrieb sei es aber unerlässlich, dass der Staatskapelle die Einstufung als A-Orchester erhalten bleibe, betonte Mertens. "Der A-Status ist ein entscheidendes Qualitätskriterium für den Tourneebetrieb." Die Landesregierung hatte eine Herabstufung auf die schlechter bezahlte Kategorie B gefordert.

Die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) will ihr Konzept morgen vorlegen. Dann beginnen in Schwerin die Tarifverhandlungen. Deutliche Einsparungen bei der Staatskapelle und beim Opernchor gehören zu den Bedingungen der Landesregierung für einen Einstieg als Gesellschafter beim Mecklenburgischen Staatstheater von 2016 an.

Auf diesen Schritt hofft die Landeshauptstadt als Träger des Staatstheaters stark. Schwerin ist mit dem größten Theater Mecklenburg-Vorpommerns finanziell überfordert. Wiederholt stand das Staatstheater vor der Insolvenz und musste mit Extrazuschüssen des Landes gerettet werden.

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