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Mülldeponie bei Friedland : Oppositionspolitiker warnt vor neuer Deponie

vom

Mecklenburg-Vorpommerns Deponien importieren Abfall, um die Müllhalden wirtschaftlich betreiben zu können. Jetzt will ein Investor in Ramelow bei Friedland eine neue Deponie bauen. Dagegen regt sich Widerstand.

svz.de von
erstellt am 26.Aug.2012 | 06:29 Uhr

Vor dem Bau einer neuen Mülldeponie in Mecklenburg-Vorpommern hat der Linke-Landtagsabgeordnete Torsten Koplin gewarnt. In Ramelow bei Friedland im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte habe ein Investor die Errichtung einer Deponie für 2,5 Millionen Tonnen Abfälle, vor allem Bauschutt, beantragt, sagte Koplin in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

Im vergangenen Jahr fielen in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt nur 444 000 Tonnen Müll an. Die Betreiber der fünf Deponien im Land importieren deshalb Abfälle aus anderen Bundesländern und dem Ausland, um die Müllhalden wirtschaftlich betreiben zu können. Ob die Errichtung der Deponie in Ramelow abfallwirtschaftlich notwendig ist, werde gegenwärtig geprüft, heißt es in einer Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage von Koplin.

„Die Notwendigkeit für neue Deponiekapazitäten in Mecklenburg-Vorpommern sehe ich nicht“, sagte der Oppositionspolitiker. Eine zusätzliche Müllhalde würde auch nicht ins Tourismusland passen. In der Endphase würde Koplin zufolge der dann 16 Meter hohe Deponieberg über die Baumwipfel hinweg von einem angrenzenden Landschaftsschutzgebiet aus zu sehen sein und die Gegend verschandeln. Zudem liege der Standort in einem Vogelschutzgebiet.

Würde die Deponie errichtet, sei täglich mit bis zu 50 Lastwagen-Anlieferungen zu rechnen. Eine Bürgerinitiative in Ramelow wehrt sich bereits seit längerem gegen das Vorhaben.

Im Zusammenhang mit den Deponie-Plänen kritisierte der Politiker, dass es in Mecklenburg-Vorpommern keine Mindestabstände für Deponien zu Wohnungen und Schutzgebieten gebe. Die Landesregierung begründe dies mit der geringen Zahl von Fällen. Der Fall Ramelow zeige jedoch, dass Abstandsregeln nötig seien, sagte Koplin.

Der Investor hat der Antwort der Landesregierung zufolge die Errichtung einer Deponie der Klasse I beantragt. Dort dürfen gering bis mäßig belastete Abfälle wie Bauschutt, Erdaushub und vergleichbarer gewerblicher Müll abgelagert werden. Aber auch Asbest ist demnach möglich.

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