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Nach Zwangsabschiebung : Ophelia kehrt zurück nach Hause

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Eine Ausbildung und eine Bürgschaft beenden Drama um zwangsabgeschobene Hagenowerin

svz.de von
erstellt am 25.Jul.2017 | 21:00 Uhr

Ihr persönliches Martyrium geht zu Ende – aller Einsatz hat sich gelohnt. Ophelia Mailjan, 19 Jahre alt und in Hagenow geboren, kehrt am Freitag zurück nach Ludwigslust. Das letzte halbe Jahr lebte sie in Armenien, einem Land, das sie bis dahin nicht kannte, dessen Sprache sie nicht spricht. Sie war von der Ausländerbehörde des Landkreises Ludwigslust-Parchim und vom Innenministerium Mecklenburg-Vorpommern dorthin zwangsausgewiesen worden.

Die Gründe für ihre Rückkehr sind ein Ausbildungsvisum und eine Bürgschaft: In Ludwigslust wird sie ab dem 1. August in einem Supermarkt zur Verkäuferin ausgebildet. Zudem übernimmt Stephan Uelt-zen, Leiter des Supermarktes, eine Bürgschaft für die nächsten fünf Jahre. Aufgrund dieser beiden Voraussetzungen entfällt die dreijährige Einreisesperre, die Ophelia im Zuge der Zwangsausweisung auferlegt worden war. „Ich bin so glücklich, dass alles klappt und dankbar für alles, was Herr Uelt-zen für mich getan hat“, sagt sie.

Ophelias Fall hatte im Land für Aufsehen gesorgt. Mehrfach stellte die 1998 nach Deutschland gekommene Familie Asylanträge, immer mit negativem Bescheid. Von den Behörden wurde Ophelia geduldet – bis zur Volljährigkeit. Nach dem Gesetz wurde sie ab dem 18. Lebensjahr zu einer eigenständigen Person und galt im Rahmen des deutschen Rechts als Armenierin. Es folgte die Abschiebung. Bis dahin ging sie zur Schule, nebenbei jobbte sie im Supermarkt. Ihre Familie hingegen blieb in Ludwigslust: Ihre Mutter, seit fünf Jahren vom Vater getrennt, wird nach wie vor wegen ihres Gesundheitszustands nicht abgeschoben, Bruder und Schwester sind noch nicht 18 Jahre alt.

Freunde starteten daraufhin eine Online-Petition, via Facebook warb der Kölner Filmemacher Wolfgang Bergmann um Spenden für Ophelia, er besuchte sie in Armenien. Bergmann war es, der ihr die Nachricht überbrachte, wieder nach Ludwigslust zurückkehren zu können. Jetzt freut sich Ophelia auf ihre Rückkehr. „Ich möchte mich bei jedem Einzelnen bedanken, der in dieser schweren Zeit hinter mir gestanden und mich unterstützt hat.“

 

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