Schlossfestspiele Schwerin : Opernkrimi unterm Kreuz

Inszenierungsteam und Generalintendant Lars Tietje (l.) bei der Präsentation des Bühnenbildes zu „Tosca“
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Inszenierungsteam und Generalintendant Lars Tietje (l.) bei der Präsentation des Bühnenbildes zu „Tosca“

Das Bühnenbild für Puccinis „Tosca“ auf dem Alten Garten wird von zwei riesigen Kreuzen dominiert.

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24. Januar 2018, 21:00 Uhr

Noch graut über dem Schweriner Alten Garten der trübe Januarhimmel. Doch schon im April wird auf einem der schönsten Plätze Norddeutschlands zwischen Theater, Museum und Schloss eine südliche Kulisse wachsen – die Bühne für Puccinis große Oper „Tosca“.

Das Modell für die Schlossfestspiele Schwerin 2018 wurde gestern schon mal im Malsaal des Mecklenburgischen Staatstheaters vorgestellt. „Der Alte Garten ist ein idealer Ort, um den in Rom spielenden Opernkrimi ,Tosca‘ auf die Bühne zu bringen“, schwärmte Wolfgang Kurima Rauschning, der in Schwerin bereits die Bühnenbilder für „Hoffmans Erzählungen“, „My Fair Lady“, „Peter Grimes“ und „Margarethe“ entworfen hat.

Diesmal hat er einen sakralen Kirchenraum ersonnen, der von einer gewaltigen Gitterkonstruktion beherrscht wird, in deren Mitte ein goldenes Kreuz prangt, das den Blick auf das Schloss gestattet. In dieser Kirchenkulisse bemalt der Maler Mario Cavaradossi eine Marienfigur, bis er von seinem Freund, dem aus dem Staatsgefängnis Engelsburg geflohenen politischen Gefangenen Angelotti unterbrochen wird. Der Maler versteckt ihn, als seine Geliebte, die Sängerin Floria Tosca, auftaucht und hinter der verschlossenen Tür eine Rivalin vermutet. Das Eifersuchtsdrama nimmt bis zum blutigen Ende der Oper seinen Lauf. Der Polizeichef Baron Scarpia, der Angelotti verfolgt, verkörpert die dunklen Mächte in diesem Spiel. Wenn er zum Ende des 1. Aktes auftritt, wird sich ein 14 Meter großes, rotes Kreuz vom Boden aufrichten – wie ein Schatten des Gitterkreuzes. Christliche Ideale auf der einen Seite, Terror, Folter und unbarmherzige Macht auf der anderen.

Dieses zweite Kreuz sei eine gewaltige Herausforderung, so der stellvertretende technische Direktor Mirko Hirsch. Denn dieses bespielbare Stahlkreuz ist an die vier Tonnen schwer und muss mit Ketten und Motoren sicher aufgerichtet werden.

Operndirektor Toni Burkhardt wird zum ersten Mal auf dem Alten Garten inszenieren. Für ihn ist „Tosca“ „ganz, ganz großes Theater, süffig, emotional, mit das Beste, was es in der italienischen Oper gibt“. „Wie im Film wird die Handlung durch die äußerst emotionale Musik akzentuiert und vorangetrieben.“

Gemeinsam mit der von GMD Daniel Huppert dirigierten Staatskapelle, den Solisten sowie dem Opern-, Extra- und Kinderchor werden ab Mai auf der 600 Quadratmeter großen Bühne etwa 150 Künstler mit den Proben beginnen.

Generalintendant Lars Tietje gab sich gestern zufrieden darüber, dass sich wie im vergangenen Jahr bei der „West Side Story“ das Residenzensemble nur 19 Wochen lang in ein riesiges Freilufttheater verwandeln wird und Bühne und Zuschauertribünen Theater, Schloss und Museum nicht gänzlich verdecken.

Von Puccini war bisher auf dem Alten Garten nur „Turandot“ zu sehen, „Tosca“ wird also am 22. Juni eine doppelte Premiere erleben.

Der Vorverkauf für die 19 Vorstellungen bis zum 28. Juli 2018 hat bereits begonnen. Wer ganz schnell ist – bis zum 31. Januar – könnte sogar noch in die Vorzüge des Frühbucherrabatts gelangen.

Weil die Schlossfestspiele in diesem Jahr wieder mit zwei Inszenierungen aufwarten, wird dann ab 30. Juni im Schlossinnenhof mit dem Schauspiel „Dracula“ das Böse erwachen…

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