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Tourismus : Open Air: MV erwartet eine Million Gäste

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Breites Angebot von „Störtebeker“ bis „Fusion“ . Mancher Anbieter versucht, auch außerhalb der Hauptsaison zu punkten

Rund eine Million Gäste werden in diesem Sommer zu den Theater- und Musik-Open-Airs in Mecklenburg-Vorpommern erwartet. Das sei ein bedeutender Beitrag zum Tourismus, sagte der Sprecher des Landestourismusverbandes, Tobias Woitendorf.

Die Freiluft-Saison begann am Sonnabend mit der Premiere von „Othello“ im Innenhof des Schweriner Doms. Am 28. Mai startet dann die Vorpommersche Landesbühne Anklam ihr Sommerprogramm auf Usedom mit der Eröffnung des Theaterzeltes „Chapeau Rouge“ in Heringsdorf. Die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern mit ihren zahlreichen Open-Air-Klassikkonzerten beginnen am 17. Juni.

Dann geht es Schlag auf Schlag: Am 18. Juni ist Premiere für das neue „Störtebeker“-Stück „Auf Leben und Tod“ in Ralswiek auf Rügen, am 24. Juni für „Das Geisterschiff“ beim Piraten Open Air in Grevesmühlen (Nordwestmecklenburg). Zwei weitere Freiluft-Events starten am 8. Juli mit der Verdi-Oper „Aida“ bei den Schlossfestspielen Schwerin und der Operette „Im weißen Rössl“ bei den Schlossgartenfestspielen in Neustrelitz.

Einen Tag darauf ist Premiere bei der Müritz Saga für das diesjährige Stück „Das Vermächtnis“. Vielerorts beginnen in diesen Tagen die Proben.

Manchem Anbieter reichen die Sommer-Aktivitäten nicht mehr aus. Das Unternehmen Adventure Production, das hinter dem Piraten Open Air in Grevesmühlen mit im vergangenen Jahr knapp 60 000 Zuschauern steht, ist rund ums Jahr aktiv, wie Geschäftsführer Matthias Sievert sagt. Im November und Dezember bespielt das Unternehmen auf dem Weihnachtsmarkt Potsdam Europas größte mobile Märchenbühne. Bei der Hamburger Messe „Hansepferd“ ist es im Dekorationsbau und Catering aktiv.

Auch Niels Düwell, Chef der Müritz Saga mit 18 500 Zuschauern im letzten Jahr, will die Saison weiter ausdehnen. Nach einem ersten Herbstfest und einem romantischen Adventsmarkt im vergangenen Jahr will Düwell im kommenden Jahr auf seiner Freilichtbühne in Waren auch Oster- und Mittelaltermärkte anbieten.

In der Nebensaison sieht auch Tourismusverbandssprecher Woitendorf noch Möglichkeiten. „Links und rechts vom Sommer kann man sicher noch etwas tun“, sagt er. Beispielgebend sei der Festspielfrühling auf Rügen, den die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern seit einigen Jahren in Kooperation mit der Tourismusbranche veranstalten und der jährlich im zeitigen Frühjahr rund 3000 Klassik-Fans für eine Woche nach Rügen lockt.

Der Sommer indes scheint regional und inhaltlich kaum eine Lücke für einen weiteren Event-Akteur zu lassen. Allein die Störtebeker-Festspiele auf Rügen als deutschlandweit größtes Theater-Event unter freiem Himmel hatten im vergangenen Jahr 357 000 Besucher, die Sommer-Inszenierungen der Vorpommerschen Landesbühne Anklam in Heringsdorf, Zinnowitz, Barth und Anklam zusammen 48500.

Musikfestivals von „Pangea“ in Pütnitz an der Ostsee bis „Airbeat One“ in Neustadt-Glewe bei Ludwigslust locken nach Angaben von Woitendorf Zehntausende Fans an - allen voran das dreitägige „Fusion“-Festival auf einem ehemaligen Militärflugplatz in Lärz an der Seenplatte. Jedes Jahr pilgern etwa 60 000 Besucher dorthin, die Bahn setzt Sonderzüge von Berlin ein.

Woitendorf zufolge wünschen sich viele Kulturanbieter eine stärkere Vernetzung mit den touristischen Akteuren in der jeweiligen Region. Das sei noch Luft nach oben. Jüngst sei er bei der Landeskulturkonferenz gewesen - als einziger Vertreter des Tourismus.

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