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Warnung vor Younow : Online-Striptease im Kinderzimmer

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Datenschützer warnen vor problematischer Internetseite Younow / Grüne wollen die Landespolitik für das Thema sensibilisieren

von
erstellt am 17.Feb.2015 | 07:42 Uhr

Datenschützer warnen vor einem gefährlichen Trend bei Kindern und Jugendlichen. Auf der zunehmend populärer werdenden Internet-Plattform Younow leben pubertierende Minderjährige ihrem Drang zur Selbstdarstellung online aus. Um interessant für Zuschauer zu sein und mehr Bewunderung in Form von sogenannten Likes und Fans zu bekommen, geben sie viel Intimes von sich preis. Längst mischen auch Pädophile mit, sind sich Experten sicher.

„Vor dieser Plattform muss man ausdrücklich warnen“, sagte gestern der Datenschutzbeauftragte des Landes, Reinhard Dankert. Er appelliert vor allem an die Eltern, mit mehr Sensibilität darauf zu achten, auf welchen Internet-Plattformen ihre Kinder unterwegs sind. „Was einmal im Netz ist, lässt sich nicht wieder zurückholen“, so der Datenschützer.

Younow ermöglicht seinen Nutzern, mit der Kamera von Smartphone, Tablet, Laptop oder PC aus einen sogenannten Livestream zu verschicken. Andere Nutzer können das in einer Chat-Funktion kommentieren, Fragen stellen oder Aufforderungen senden. Die Plattform ist für jeden zugänglich, die Altersbegrenzung von 13 Jahren wird nicht kontrolliert. Die Mädchen und Jungen plaudern live aus ihren Kinderzimmern über Gott und die Welt – und verbreiten persönliche Informationen, über Eltern, Liebe und Stress in der Schule. In den Chats tauchen eindeutige Aufforderungen auf. Es wird nach Liebe und Freundschaften und auch nach der BH-Größe gefragt. Die Minderjährigen wissen auf dem Portal nicht, wer hinter der Aufforderung steckt: „Zieh doch mal dein T-Shirt aus!“.

Inzwischen hat das Thema die Landespolitik in Schwerin erreicht. „Kinder und Jugendliche sind sich der Gefahren oft nicht bewusst, die mit der Nutzung von Internetportalen wie Younow verbunden sind“, warnte der Fraktionsvorsitzende von Bündnis90/Grüne, Jürgen Suhr. Viel zu oft würden auch die Eltern nicht wissen, welche Web-Angebote ihre Kinder anklicken. „Die Politik muss alles dafür tun, dass hier kein Missbrauch möglich ist, dass keine Daten widerrechtlich genutzt werden oder dass keine Straftaten begangen werden können“, so Suhr. Deshalb seien Bildungsangebote in Schulen und Kindergärten, aber auch für Eltern wichtig.

Mit einer Kleinen Anfrage an die Landesregierung wolle er für dieses Thema sensibilisieren. „Ich habe den Eindruck, hier geschieht bislang viel zu wenig“, sagte der Grünen-Politiker.



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