Technologiepreis geht an Schweriner Unternehmen : Online-Aufpasser holt Landespreis

Gemeinsames Glück: Stefan Trebing und Steffen Himstedt (2.v.r.) freuen sich zusammen mit IHK-Präsident Hans Thon (l.) und Minister Harry Glawe (r.) über den Innovationspreis des Landes, den sie gestern in Schwerin erhielten. reinhard klawitter
Gemeinsames Glück: Stefan Trebing und Steffen Himstedt (2.v.r.) freuen sich zusammen mit IHK-Präsident Hans Thon (l.) und Minister Harry Glawe (r.) über den Innovationspreis des Landes, den sie gestern in Schwerin erhielten. reinhard klawitter

Der Ludwig-Bölkow-Technologiepreis wurde gestern zum zehnten Mal verliehen: Das Schweriner Unternehmen Trebing & Himstedt überzeugte die Jury mit seiner neuartigen Überwachungssoftware "TH Scope".

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01. November 2012, 07:51 Uhr

Schwerin | In die Fußstapfen einer der bedeutendsten Erfinder- und Unternehmerpersönlichkeiten zu treten, ist eine große Ehre. Das Schweriner Unternehmen Trebing & Himstedt Prozessautomation hat dies mit der Entwicklung seiner neuartigen Überwachungssoftware "TH Scope" geschafft. Gestern würdigten die Industrie- und Handelskammern in MV gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium und den Technologiezentren des Landes die Arbeit von Stefan Trebing und Steffen Himstedt - und ihren Mitarbeitern - mit dem Ludwig-Bölkow-Technologiepreis in Schwerin. Dieser Landestechnologiepreis wurde zum zehnten Mal verliehen. Er besitzt unter den Entwicklern hohes Ansehen.

Wirtschaftsminister Harry Glawe und Hans Thon, Präsident der Schweriner IHK, überreichten den Geschäftsführern die Auszeichnung. Thon betonte, dass der Preis nicht nur als Marketing-Unterstützung anzusehen sei, sondern dabei helfe, international auf die eigene Firma als wichtige Kraft in den Bereichen Forschung und Entwicklung und auf das Land Mecklenburg-Vorpommern aufmerksam zu machen. "MV ist mehr als nur Tourismus. Mit der Entwicklung, die wir in den vergangenen Jahren geschaffen haben, kann unser Land am weltweiten Wettbewerb teilnehmen", so der Kammerchef. Minister Glawe sieht auch in den vielen Bewerbungen die Bedeutung des Bölkow-Preises: "Es ist toll, dass unser Land in vielen Bereichen wie Kommunikationstechnik, Medizintechnik oder Datenverarbeitung viele kluge Köpfe zu bieten hat."

Insgesamt elf Unternehmen haben sich um den diesjährigen mit 10 000 Euro dotierten Technologiepreis beworben. Das Interesse und Engagement vieler Unternehmen zeige, dass eine Förderung im Forschungsbereich wichtig sei, so Glawe.

Überreicht wurden sowohl der Technologiepreis als auch der Nachwuchspreis vom Vorjahressieger Dr. Dirk Büchler von der BaltiCo GmbH. Er unterstrich den Stellenwert eines solchen öffentlichen Preises für die Wirtschaft insgesamt und verwies darüber hinaus auch auf die notwendige Förderung der Jugend. "Wir dürfen jetzt nicht in den Bereichen Forschung und Entwicklung nachlassen, sondern müssen vielmehr Anreize gerade für die jungen Menschen in MV schaffen."

Für die Gewinner war die Verleihung eine richtige Überraschung: "Wir haben bis heute Morgen nicht mal daran gedacht, diesen Preis wirklich zu gewinnen", erzählte Steffen Himstedt. "Dieser Preis ist sehr wichtig für unsere Firma, er gibt nicht nur uns, sondern auch den Mitarbeitern Motivation, auch in der Krise weiter zu machen." Nicht nur der wirtschaftliche Erfolg sei wichtig für die beiden Unternehmer. Sie selbst sind gesellschaftlich, vor allem in puncto Familienfreundlichkeit im eigenen Hause, engagiert. "Nur wenn alles stimmt, kann man wirklich Erfolg haben", erklärte Himstedt.

In den vergangenen 20 Jahren haben Stefan Trebing und Steffen Himstedt mit ihrem Betrieb eine richtige Erfolgsgeschichte hingelegt. Das Schweriner Software-Unternehmen ist mit anderen weltweit bekannten Firmen auf Augenhöhe. Es beschäftigt 40 Mitarbeiter, davon sieben im Bereich Forschung und Entwicklung. Der Jahresumsatz beträgt rund drei Millionen Euro. Der Exportanteil liegt bei 34 Prozent. Für die Anwendungsmöglichkeiten von "TH Scope" sind bereits weltweit Patente angemeldet. "TH Scope" ist ein Netzwerk-Management-Werkzeug, mit dem eine einfache Überwachung der Produktionsprozesse möglich ist. Fehler können nun nicht erst am Ende festgestellt werden, sondern schnell online erkannt und behoben werden.

Der Nachwuchspreis dieses Jahres ging an Christoph Janetzki. Mit seinem Projekt eines neuartigen zweidimensionalen Barcodes gewann der 18-jährige Student nicht nur den Preis, sondern auch 2500 Euro. Christoph Janetzki studiert Medizinische Physik an der Universität Halle und belegte mit seinem Projekt bereits den zweiten Platz bei "Jugend forscht". Seit fast drei Jahren arbeitet er daran. Aufhören will Janetzki nicht: "Ich möchte noch einiges machen, vielleicht bekomme ich ja mal den anderen Preis."

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