Ominöse Stichwunde - Polizei sucht nach Zeugen

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13. Juli 2012, 07:14 Uhr

stadtmitte | Es ist kurz nach 20 Uhr, ein lauer Sommerabend in Rostock. Ein Mann steigt am Hauptbahnhof aus der Straßenbahn. Nach ein paar Metern spürt er in der Lendengegend plötzlich einen Schmerz. Als er sich dann mit der Hand an die Stelle fasst, hat er Blut an den Fingern. Wie der 33-jährige Rostocker am Donnerstag zu dieser zwei Zentimeter tiefen, aber nicht lebensgefährlichen Fleischwunde kam, ermittelt jetzt die Polizei. "Wir wissen bisher nicht, was die Verletzung hervorgerufen hat und ob sie ihm jemand mutwillig zufügte", sagt Polizei-Sprecherin Yvonne Hanske. Die Beamten würden derzeit versuchen, sich ein Bild davon zu machen, wie viele Leute mit dem Opfer in der Straßenbahn gesessen haben und am Hauptbahnhof ausgestiegen sind. Zeugen werden gebeten, sich zu melden.

Bei der Ermittlungsarbeit wird die Polizei von der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) unterstützt. Denn die Bahnen sind videoüberwacht. "Es gibt bei uns niemanden, der sich die Bänder aktuell anschaut", sagt RSAG-Sprecherin Beate Lagner. Nach 24 Stunden würden die Aufnahmen auch automatisch überschrieben. "Aber wenn, wie in diesem Fall, die Polizei sie als Beweismaterial benötigt, dann werden die Aufnahmen aufgehoben und ausgewertet." Aufgrund des Fahrplans können die Ermittlungen auf die Straßenbahnlinien 3, die zwischen Dierkow und dem Neuen Friedhof fährt, und 5, Südblick-Mecklenburger Allee, begrenzt werden. Zwar fahren noch mehr Linien über den Hauptbahnhof, aber nicht mehr am Abend.

Der 33-jährige Rostocker war indes am Donnerstag nicht der einzige Verletzte. Ein Journalist, der das Geschehen fotografierte und filmte, wurde laut Polizei vom Sicherheitsdienst der Bahn angegriffen. Man habe versucht, ihm die Kamera zu entreißen, ihn getreten und geboxt. Der Journalist erstattete Anzeige. Die Deutsche Bahn äußert sich nicht, "da es sich um ein laufendes Ermittlungsverfahren handelt, bei dem Anzeigen wegen Körperverletzungen durch die Polizei aufgenommen wurden", wie Bahn-Sprecher Burkhard Ahlert erklärt.

Am gleichen Abend, gegen Mitternacht, versuchte ein Unbekannter, zwei Männer auszurauben. Alle drei stiegen in Lütten Klein aus der S-Bahn. Auf der Alten Warnemünder Chaussee schlug der Täter auf einen 24-jährigen Mann ein, um dessen Geld zu erpressen. Da raufhin wollte ein 33-Jähriger helfen und wurde selbst angegriffen. Als er am Boden lag, stahl der Täter ihm den Rucksack. Bei der Verfolgung gelang es dem 33-Jährigen aber, seinen Rucksack wiederzubekommen. Der Täter floh ohne Beute.

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