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Premiere der Fritz-Reuter-Bühne : Ok up dissen Droomschipp späukt dat wedder

vom
Aus der Onlineredaktion

„Kugelfisch Hawaii“ von Höke/May gastiert im Staatstheater Schwerin

svz.de von
erstellt am 19.Okt.2017 | 12:00 Uhr

Du kannst dat dreihn as du wist, äwer dat is so: 2017 is woll dat „geistreichste“ von de nägentich Johrn Fritz-Reuter-Bühn. Denn in ehr nieget Stück „Kugelfisch Hawaii“ von Linus Höke und Helge May späukt dat all taun drüdden Mal bi de Nedderdütschen in Swerin. So väl Späuk wier nie nich wäst. In'n Januar wieren dat „Gaude Geister“ in een oll Lannhus, later in'n Juli gäw dat tau Tarnows Burtsdach orrigen Geister-Spijök in Mueß – un nu ward up een oll Damper späukt...

Und dabei fängt alles so schön an. Begrüßt wird das Publikum mit der Ankündigung einer Luxus-Kreuzfahrt, untermalt mit der bekannten „Traumschiff“-Musik. Dann Vorhang auf: Die Illusion zerbröselt beim Anblick eines verrosteten Wracks (Bühnenbild von Kathrin Kegler), auf dem auch noch die Geister eines vor hundert Jahren von einer Kugelfischvergiftung dahingerafften Hochzeitspaares sich ständig zankend ihr Unwesen treiben.

Stefanie Fromm und Andreas Lembke spielen das geisterhafte Paar mit seinen durchaus diesseitigen Ambitionen mit großer Lebendigkeit, wenn man diesen Begriff für Geister überhaupt benutzen darf. Der schnöselige Klatschreporter Benno Stupinski (nomen est omen) – hier stellt sich mit Janis Liburg der etatmäßige „niege junge Kierl“ des Ensembles vor – , seine vielleicht etwas einfältige, aber eigentlich doch recht weltkluge Freundin Silvia (Tina Landgraf), Kapitän Hansen (Andreas Auer) und sein Maschinist und überaus vielseitiges Faktotum Alfred (Christoph Reiche) vervollständigen das darstellerische Personal. Und so nimmt die Komödie ihren Lauf.

Den wiederum hat Regisseurin Adelheid Müther mit zahlreichen Zitaten und Anspielungen gespickt. So bewegt sich zum Beispiel Reporter Benno in den Gefilden von Fernsehekel Alfred Tetzlaff, wenn er seine Freundin dauernd als „dusselige Kuh“ beschimpft, der Auftritt von Konsulin Geier erinnert lebhaft an „Charlies Tante“, und das Weineinschenken des zunehmend besoffenen Stewards ließ einen nicht nur leisen Hauch von „Dinner For One“aufkommen. All dies jeweils vom Publikum erkannt, kommentiert und beklatscht.

Und überhaupt: von „Kugelfisch Hawaii “ zu sprechen, heißt von Christoph Reiche zu reden. Dass sich die Bühne mit Figuren wie der Konsulin Geier, dem Schlagerstar Heino, dem Chefsteward, einem Küchenchef mit Hercule-Poirot-Schnurrbart und pseudofranzösischem Akzent, einem spanischen Stubenmädchen und einem sächsischen Kellermeister bevölkert, verdankt sie ihm. Reiche spielt alle diese Rollen mit Verve und sichtlichem komödiantischen Vergnügen. Ein Höhepunkt in diesem Spiel ist der lautstarke Streit zwischen Steward und Chefkoch,der nicht nur hörbar ist, sondern durch zwei benachbarte Bullaugen die „beiden“ Streithähne auch noch zu sehen sind. Chapeau!

So nimmt's nicht Wunder, dass Christoph Reiche nach dem total überraschenden Schluss der Komödie ein ganz dickes Stück von dem überaus reichlichen Beifall des Premierenpublikums abbekam.

Weitere Vorstellungen im E-Werk:

  • 05.11. - 18 Uhr;
  • 23.11. - 19.30 Uhr;
  • 26.11. - 18 Uhr;
  • 29.11. - 19.30 Uhr;
  • 02.12. - 19.30 Uhr;
  • 31.12. -15.30 Uhr und 19.30 Uhr
     
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