Baustellen in MV : Ohne Stau kein Straßenbau

Achtung Baustelle
Achtung Baustelle

In die Sanierung von Straßen sollen Millionen fließen – das hat Folgen

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15. November 2017, 20:45 Uhr

Die Nerven der Autofahrer werden in Mecklenburg-Vorpommern derzeit vielerorts strapaziert: Da ist die Dauerbaustelle auf der A19 über die Petersdorfer Brücke. Für zusätzliche Behinderungen und Unmut sorgt auch die A20 bei Tribsees, die nach dem Absacken der Fahrbahn gesperrt werden musste. Hinzu kommen zahlreiche Bauarbeiten an Bundesstraßen. Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) hat nun eingeräumt, dass Straßen und Brücken im Land über Jahre hinweg auf Verschleiß gefahren wurden. In den Straßenbau werde nun aber deutlich mehr investiert, machte Pegel Hoffnung.

Die Ausgaben für Bau und Instandhaltung von Bundes- und Landesstraßen haben sich laut Pegel innerhalb von vier Jahren fast um die Hälfte erhöht. Während im Jahr 2013 rund 175 Millionen Euro zur Verfügung gestanden hätten, seien es im laufenden Jahr 244 Millionen Euro, sagte der Verkehrsminister gestern in der Aktuellen Stunde des Landtags in Schwerin. Damit könne nach jahrelanger Unterfinanzierung erstmals der Erhalt bestehender Werte erreicht werden. Doch sei das Zeitfenster für Straßenbau wegen der Bedürfnisse des Tourismus im Sommer und der Witterung im Winter klein, sagte Pegel und warb um Verständnis für die aktuellen Behinderungen auf vielen Straßen im Land.

 

Eine Vielzahl von Einschränkungen müssen auch Kunden der Deutschen Bahn hinnehmen. Fast alle Hauptstrecken im Nordosten sind von Baustellen und Schienenersatzverkehr betroffen. „Der Bahnbetrieb ist insbesondere auf Rügen und um Bad Kleinen herum entweder völlig gestoppt oder anhaltend massiv beeinträchtigt“, gab die Linkenabgeordnete Mignon Schwenke zu bedenken. Noch schlimmer werde es mit der Vollsperrung auf der Strecke zwischen Bad Kleinen und Schwerin, warnte die Abgeordnete. Dort müssen beide Gleise wegen Bauarbeiten von Januar bis Mitte April gesperrt werden, wie die Bahn mitteilte. Während der dreimonatigen Totalsperrung sollen Ersatzbusse eingesetzt werden. Unklar ist laut Schwenke derzeit, wie sich der für den 10. Dezember angekündigte größte Fahrplanwechsel bei der Deutschen Bahn auswirken werde.

Für Autofahrer gibt es zumindest einen Hoffnungsschimmer: Auf der Petersdorfer Brücke soll sich die Lage ab Sommer 2018 laut Pegel „deutlich entspannen.“ Es soll dann zwei Fahrspuren in jede Richtung geben und das Tempolimit von 40 hm/h aufgehoben werden.

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