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Meckenburg-Vorpommern : Ohne Bürgschaft kaum Kredite für Gründer

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Online-Handelsplattform udig.de aus Boizenburg, der Reinigungsgerätehersteller Karlhans Lehmann KG in Neustrelitz und das Ostseecamping „Am Salzhaff“ in Pepelow haben eines gemeinsam: Ihr Aufbau ist mit Hilfe der Bürgschaftsbank Meckenburg-Vorpommern gelungen. Neun von zehn Firmengründern in den neuen Ländern würden ohne öffentlich geförderte Bürgschaft keinen Kredit bei ihrer Hausbank bekommen. Das geht aus einer Studie des Instituts für Finanzdienstleistungen (Hamburg) hervor, die die Bürgschaftsbank gestern in Schwerin vorstellte. Bei bereits etablierten Unternehmen, die mit Hilfe einer Bürgschaft einen Kredit für Modernisierung oder Erweiterung erhielten, wäre in 63 Prozent der Fälle die Finanzierung nicht zustande gekommen. Das Institut hatte Bankberater in MV, Berlin, Brandenburg, Thüringen und Sachsen-Anhalt befragt.

Allein im Nordosten hat die Bürgschaftsbank seit 1990 fast 1,2 Milliarden Euro Bürgschaften für 5620 Unternehmenskredite übernommen, wie Steffen Hartung von der Geschäftsführung sagte. Im vergangenen Jahr seien 237 Vorhaben unterstützt und ein Investitionsvolumen von mehr als 114 Millionen Euro ermöglicht worden. „So wurden allein 2016 rund 2700 Arbeitsplätze gesichert“, sagte Hartung. Seit 1990 seien mit Hilfe von Bürgschaften und Garantien rund 29 000 Arbeitsplätze im Land neu entstanden und knapp 73 000 gesichert worden.

Künftig weht der Wind für die Bürgschaftsbanken im Osten rauer. Nach Hartungs Worten reduziert die öffentliche Hand nächstes Jahr ihre Sicherung der gewährten Bürgschaften von 75 auf 70 Prozent. „Das erhöht unser Risiko um etwa 20 Prozent“, sagte Hartung. Die Folgen seien noch nicht absehbar und hingen auch von der Entwicklung der Konjunktur ab. Denkbar sei, dass der Zins für Bürgschaften steige oder die Höhe der Bürgschaften sinke.

Bürgschaften reduzieren das Kreditrisiko der Hausbank eines Unternehmens erheblich. Sollte eine Firma ihren Kredit nicht bedienen können, springt der Bürgschaftsgeber ein. Bisher sind in Mecklenburg-Vorpommern nach Hartungs Worten rund 220 Millionen Bürgschaften der Bürgschaftsbank ausgefallen, wobei die Ausfallrate seit dem Jahr 2010 mit zwei bis drei Prozent sehr gering sei. Höher sei sie in den Jahren 2000 bis 2004 gewesen, als die Internetblase geplatzt war.

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