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Weltcup in Ungarn : Offroad-Team misst sich mit Weltspitze

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Der Schweriner Offroad-Pilot Ingo Kaldarasch und Navigatorin Juliane Haendschke starten mit ihrem Mercedes G "Siegfried" beim Weltmeisterschaftsrennen im ungarischen Pápa am nördlichen Balaton.

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erstellt am 14.Aug.2013 | 10:30 Uhr

Schwerin/Pápa | Ihr erster gemeinsamer Auftritt auf dem großen internationalen Parkett: Der Schweriner Offroad-Pilot Ingo Kaldarasch und Navigatorin Juliane Haendschke starten mit ihrem Mercedes G "Siegfried" beim Weltmeisterschaftsrennen im ungarischen Pápa am nördlichen Balaton. Von morgen bis Sonntag geht es für das Pure Racing Team über mehr als 600 Rennkilometer. Kaldaraschs Ziel: "Wir wollen es unter die Top 20 schaffen."

Ein ehrgeiziges Ziel, denn im Teilnehmerfeld der 10. "Hungarian Baja" befinden sich vier Offroad-Teams aus der Weltspitze und jede Menge Dakar-Teilnehmer, unter anderen die amtierenden Sieger der X-raid Mini mit ihrem besten Team um Krzysztof Holowczyc, Gewinner des "European Championship" und des "FIA Baja Cup", der Venezuelaner Nunzio Coffaro von Overdrive Toyota sowie Joan Roma mit dem deutschen Navigator Andreas Schulz, der zweimal das härteste Rennen der Welt gewonnen hat. Die Teilnehmer in Ungarn kommen aus 30 verschiedenen Nationen. Auch der elffache Dakar-Sieger Stephane Peterhansel besucht Pápa, um seiner Frau Andrea Mayer Beistand zu leisten, die auf dem Motorrad an den Start geht.

In der so genannten FIA Cross Country Klasse treten Ingo Kaldarasch und Juliane Haendschke gegen 35 Teams an, darunter das zweite deutsche Team, Frank und Stephan Stensky. Vater und Sohn sitzen wie die Schweriner im Cockpit eines Prototypen-Mercedes-G-Lennson. Ob die Rennautos eine Chance gegen die hoch entwickelten und Dakar geprüften Boliden haben, bleibt abzuwarten. "Die größte technische Herausforderung war die Luftansaugung", so Ingo Kaldarasch. Nach internationalem Reglement muss der Mercedes mit einem so genannten Airrestrictor-Durchmesser von 36 Millimetern auskommen. "Das kostet uns etwa 20 Prozent Motorleistung. Das auszugleichen wird schwierig", erklärt der 46-Jährige. Dem Motor bleibe sozusagen die Luft weg.

Drei Jahre Entwicklungsarbeit stecken in dem GFG-Modell, das es weltweit nur viermal gibt. Von dem relativ preiswerten Basismodell ist nur wenig geblieben. Fahrwerk, Motor und Elek tronik wurden verbessert und "laufen mittlerweile sehr stabil". Das war nicht immer so: Im vergangenen Jahr war das Pure Racing Team noch bei der "Silk Way" in Russland, die als zweithärteste Rallye der Welt gilt, wegen technischen Defekts ausgefallen. Ein Jahr später wagen sie in Ungarn den Vergleich mit einem noch stärkeren Teilnehmerfeld als bei der "Silk Way". Spaß oder Berechnung - was steckt dahinter? "Wir wollen wissen, wo wir uns nach drei Jahren Entwicklung einordnen können. Der Blick über den Tellerrand ist für uns sehr wichtig", sagt der Schweriner. In seiner Rennfahrerkarriere ist es der mittlerweile zweite Start bei einem Weltcup. Bereits 2011 hatte er in Italien den 32. Platz von 55 Teilnehmern eingefahren.

Kaldaraschs Lebenstraum ist es, die Rallye Dakar in Südamerika zu fahren. Im Januar 2016 soll der wahr werden. "Darauf arbeiten wir jetzt schon hin." Dafür muss nicht nur das Auto laufen. Der 46-Jährige und seine 33-jährige Co-Pilotin , Mechaniker und Organisatoren außerhalb des Fahrzeugs müssen reibungslos agieren.

Im Vergleich zur Weltspitze "sind wir ein Team, das vor allem mit viel Herzblut, aber einem vergleichsweise kleinen Budget funktioniert", sagt Juliane Haendschke, die als Redakteurin in unserem Verlagshaus tätig ist. In den ausgereiften Boliden der Profis, die in Ungarn an den Start gehen, stecken zum Teil mehr als eine Million Euro, dazu hoch dotierte Fachleute im Team. "Dagegen sind wir echte Amateure", so die Schwerinerin. Aber das gehöre eben auch zum Sport.

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