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Rehna : Österreichische Prachtbecherlinge entdeckt

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Pascale Böttcher und Florian Kollatz waren mal wieder unterwegs. Entlang der Radegast sind die beiden Sechsklässler oft auf der Suche nach geeigneten Angelstellen, um den Raubfischen erfolgreich nach zu stellen.

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erstellt am 01.Feb.2012 | 12:11 Uhr

Rehna | Pascale Böttcher und Florian Kollatz waren mal wieder unterwegs. Entlang der Radegast sind die beiden Sechsklässler oft auf der Suche nach geeigneten Angelstellen, um den Raubfischen erfolgreich nach zu stellen. Auch das kühle Wetter der vergangenen Tage konnte sie nicht abhalten, aber diesmal gab es etwas anderes zu entdecken.

Aus einem geschützten Totholzhaufen an der Radegast in Rehna leuchteten rote Punkte. Was war denn das? Den beiden aufgeweckten Jungs war sofort klar. Das ist ein Pilz und somit ein Fall für ihren Bio-Lehrer und Pilzkenner Torsten Richter. Den Ast mit den feuerwehrroten Bechern ließen sie gut geschützt am Fundort. Aufgrund der exakten Beschreibung gab es sofort einen Vororttermin mit den Schülern und der Name war klar.

Pascale und Florian hatten einen typischen Winterpilz gefunden der in seiner Entwicklung durch den milden, feuchten Januar begünstigt wurde. Bereits ab Dezember bilden die nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern seltenen Österreichischen Prachtbecherlinge (Sarcoscypha austriaca) ihre leuchtendroten Fruchtkörper auf Totholz von Laubgehölzen. Mit ihren knallroten Bechern gehören die Pilze sicher zum Harmonisch-elegantesten, was die Pilzwelt dem erspähenden Auge zu bieten vermag.

Nicht nur in den Tropen und nicht nur im Sommer überrascht uns die Natur mit ihrer Kraft an Formen und Farben, auch das heimische Radegasttal hat einiges an Überraschungen parat. Die Becher können zwischen eins bis acht Zentimeter breit werden, sind also kaum zu übersehen, aber halt sehr selten. Die Außenseite der Becher ist durch einen dichten Teppich aus mikroskopisch kleinen Haaren weißfilzig und im Schnee kaum zu erblicken. Die Ursache für die rote Farbe der Becher sind rötliche Karotinoide, wie wir sie von Lachs und Mohrrübe kennen.

"Ein toller Fund und deshalb vielen Dank für die interessante Mitteilung dieser in ganz Deutschland ,gefährdeten Rote Liste-Art. Der Fund wird ausführlich notiert und wird an einen Spezialisten in Tübingen weitergemeldet", so Torsten Richter. Das letzte Mal, dass der Pilzkenner diesen Pilz selbst fand, ist schon Jahre her. Genau 1991 entdeckte Richter diese Schönheit gemeinsam mit Fotograf Christoph Völzer im ehemaligen Grenzgebiet am Goldensee.


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