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Mecklenburg-Vorpommern

13. Dezember 2017 | 19:55 Uhr

Umwelt : Ölklümpchen am Strand

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Starke Verschmutzung auf Rügen und Usedom - Einsatzkräfte beginnen mit mühseliger Beseitigung

svz.de von
erstellt am 02.Apr.2014 | 18:30 Uhr

Auf den Ostseeinseln Rügen und Usedom sind massenhaft kleine Ölklümpchen angeschwemmt worden. Auf Rügen ist nach Angaben des Havariekommandos Cuxhaven ein 15 Kilometer langer Küstenabschnitt von Sellin bis Klein Zicker betroffen, auf Usedom der rund zehn Kilometer lange Nordabschnitt zwischen Peenemünde und Zinnowitz. An den Küstenabschnitten werden die etwa 50 Cent großen Klümpchen meist als schmaler Streifen am Wassersaum angespült.

Die Ursache ist bislang unklar. Ein Ölüberwachungsflugzeug des Havariekommandos hatte gestern die Ostsee überflogen, aber kein Öl entdeckt. Spekuliert wird, dass ein Schiff illegal Schweröl entsorgt hat. „Von den Ölklumpen wurden Proben genommen“, sagte ein Sprecher des Havariekommandos. Mithilfe eines in Auftrag gegebenen Driftmodells lasse sich errechnen, wo ungefähr das Öl ausgelaufen sein könnte. Zudem wurden die polnischen Behörden über die Verunreinigungen informiert. „In den vergangenen Tagen herrschte Ostwind“, sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei in Sassnitz. Bei diesen Windlagen könne es passieren, dass Ölklümpchen von See an die Küste gespült würden.

Urlauber hatten die teerartigen Klümpchen am Dienstag bei Spaziergängen entdeckt. Auf Usedom hatten die Behörden gestern mit der Säuberung begonnen. In Zinnowitz gingen 30 Feuerwehrleute sowie 15 Mitarbeiter der Bauhöfe mit Schaufeln und Harken gegen das Öl vor, das als Sondermüll entsorgt werden muss. Der Strand sei dort inzwischen sauber, sagte Marco Biedenweg vom Amt Usedom Nord gestern Nachmittag. „Wir gehen davon aus, dass bis Freitag auch die Abschnitte bis Peenemünde gereinigt sind.“

Auf Rügen ist vor allem der Abschnitt zwischen Göhren und Thiessow betroffen. „Es ist sehr viel Manpower erforderlich, um das Öl zu beseitigen“, sagte Kreiswehrführer Gerd Scharmberg.

Umweltminister Till Backhaus (SPD) erklärte: „Ich bin enttäuscht, dass immer wieder Schiffsführer ihrer Verantwortung beim Umgang mit Treibstoffen nicht gerecht werden und die Schädigung der Umwelt billigend in Kauf nehmen.“

Nach Einschätzung der Einsatzkräfte vor Ort werden keine Auswirkungen auf das Tourismusgeschäft zu Ostern erwartet, da die Strände in den nächsten Tagen wieder gesäubert sein werden.

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