Berufsschulen in MV : Ökolandbau kommt zu kurz

Ökoprodukte sind begehrt – die Ausbildung nicht.
Ökoprodukte sind begehrt – die Ausbildung nicht.

An den meisten Berufsschulen des Landes fehlt eine solche Ausbildung

svz.de von
28. Dezember 2016, 21:00 Uhr

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es überdurchschnittlich viel Ökolandbau, aber dafür im Grunde keinerlei Ausbildungsmöglichkeiten. „Weder die drei landwirtschaftlichen Berufsschulen noch Fach- oder Hochschulen bieten eine solche Ausbildungsrichtung an“, kritisierte die Umweltorganisation BUND.

Andere Bundesländer hätten solche Möglichkeiten. So bilde in Bayern die Staatliche Fachschule für Agrarwirtschaft Weilheim staatlich geprüfte Wirtschafter für Ökolandbau oder Landwirtschaftsmeister aus.

Der Fachschüler werde in drei Semestern auf die Leitung eines Betriebes vorbereitet, sagte der Agrarexperte des Bundes für Umwelt und Naturschutz, Burkhard Roloff.

In Mecklenburg-Vorpommern dagegen tauchten an den landwirtschaftlichen Berufsschulen in Zierow, Torgelow und Güstrow nicht einmal Fächer wie Alternative Landwirtschaft oder Ökolandbau in den Stundenplänen auf.

Zumindest auf dem Papier kann man an der Fachschule für Agrarwirtschaft des Landes in Güstrow-Bockhorst seit 2014 eine Fortbildung zum Geprüften Fachagrarwirt für ökologischen Landbau machen. „Allerdings kam mangels Teilnehmerzahl bislang kein Kurs zustande“. sagte Roloff. Der Ökolandbau komme in der Ausbildung zu wenig vor. „Dadurch kennen die Auszubildenden seine Prinzipien und Grundlagen nicht und können diese auch nicht richtig einordnen.“ Der BUND hat Vorschläge erarbeitet, wie der Ökolandbau in der beruflichen Bildung besser verankert werden könnte. So sollte eine der Berufsschulen die Ausbildungsrichtung Ökolandbau einführen und einen Bio-Betrieb mit Ackerbau und Tierhaltung als Selbstversorger-Hof für Schüler und Lehrer aufbauen.

An allen landwirtschaftlichen Berufsschulen könnte es einmal im Jahr einen Ökolandbautag geben. Die Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät der Uni Rostock sollte einen Studiengang Ökolandbau mit eigener Professur einrichten. „Hier wäre dann auch die Möglichkeit, wissenschaftliche Grundlagenforschung zum Ökolandbau interdisziplinär durchzuführen“, sagte Roloff. Bisher biete die Uni nur als Wahlpflichtfach zwei Semester Vorlesungen zum Ökolandbau an.

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