Mecklenburg-Vorpommern : Öko-Status für 12 000 Legehennen aberkannt

Die Eier von 12.000 Öko-Legehennen in drei Betrieben in Mecklenburg-Vorpommern dürfen seit Wochenbeginn nicht mehr unter dem Öko-Siegel vermarktet werden. dpa
Die Eier von 12.000 Öko-Legehennen in drei Betrieben in Mecklenburg-Vorpommern dürfen seit Wochenbeginn nicht mehr unter dem Öko-Siegel vermarktet werden. dpa

Neue Fälle falscher Bio-Eier sind in Mecklenburg-Vorpommern bekanntgeworden. Die Behörden verboten drei Betrieben, Eier von 12 000 Hühnern als Bio zu verkaufen. Die Legehennen haben zu wenig Auslauf.

svz.de von
12. März 2013, 07:20 Uhr

Die Eier von 12 000 Öko-Legehennen in drei Betrieben in Mecklenburg-Vorpommern dürfen seit Wochenbeginn nicht mehr unter dem Öko-Siegel vermarktet werden. Überprüfungen hätten ergeben, dass die Hühner rund zehn Prozent weniger Auslauf haben als vorgeschrieben, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus (SPD) am Dienstag in Schwerin.

Ordnungswidrigkeitsverfahren seien eingeleitet worden. Der Hinweis sei Ende 2012 von einem Bürger gekommen. Backhaus betonte, dass die Behörden bereits bei einem begründeten Verdacht Vermarktungsverbote aussprechen könnten. Das habe man hier getan.

Insgesamt waren dem Minister zufolge 16 Öko-Haltungen mit zusammen 420 000 Legehennen überprüft worden. Das seien mehr als die Hälfte aller 790 000 Bio-Legehennenplätze in dem Bundesland. Auch die anderen Haltungen würden demnächst überprüft, kündigte der Minister an. In Mecklenburg-Vorpommern werden Backhaus zufolge 20 bis 25 Prozent aller deutschen Öko-Eier produziert.

Wie der Minister weiter sagte, war zuletzt im August 2012 in Mecklenburg-Vorpommern einem Betrieb mit 15 000 Legehennen der Öko-Status aberkannt worden. Im August 2010 sei ein Bestand mit 75 000 Hühnern betroffen gewesen, im Jahr 2012 ein Rinderbestand, weil Verordnungen nicht eingehalten worden seien. „Es wird kontrolliert“, betonte der Minister.

Backhaus appellierte an den Handel, den Öko-Bauern mehr für ihre Produkte zu zahlen. „Sonst wird über kurz oder lang kein Öko-Landbau in Deutschland mehr möglich sein.“ In einigen Bundesländern gingen die ökologisch bewirtschafteten Flächen bereits zurück. In Mecklenburg-Vorpommern gebe es zwar noch Zuwächse, aber die Dynamik habe nachgelassen. So sei die Öko-Agrarfläche im Nordosten 2012 nur noch um 750 Hektar gewachsen. In den Jahren davor habe das Plus bis zu 5000 Hektar betragen.

Der Minister bekräftigte sein Ziel, dass bis zum Jahr 2020 rund 150 000 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche in Mecklenburg-Vorpommern ökologisch bewirtschaftet werden sollen.

Derzeit seien es 123 000 Hektar oder 9,1 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche. Um das Ziel zu erreichen, wolle er die Ökoprämie von derzeit 150 Euro je Hektar und Jahr auf etwa 200 Euro anheben. Genauere Aussagen könnten aber erst getroffen werden, wenn klar sei, wie viel Geld es in den nächsten Jahren aus Brüssel gebe, sagte Backhaus.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen