Streik : Öffentlicher Dienst rockt Güstrow

Massenauflauf in Güstrow: Etwa 2500 Demonstranten versammelten sich gestern auf dem Marktplatz der Barlachstadt.
Massenauflauf in Güstrow: Etwa 2500 Demonstranten versammelten sich gestern auf dem Marktplatz der Barlachstadt.

Höhepunkt der Streikwelle in dieser Woche mit 2500 Demonstranten / Landesweiter Warnstreik am nächsten Mittwoch

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06. März 2015, 21:00 Uhr

Ausnahmezustand gestern Vormittag in der Barlachstadt: Die Gewerkschaften Erziehung und Wissenschaft (GEW) und Verdi hatten zum Warnstreik aufgerufen und rund 2500 Lehrer und andere Beschäftige des öffentlichen Dienstes aus ganz Westmecklenburg kamen. Mit einem Demonstrationszug und einer Kundgebung auf dem Marktplatz machten sie ihrem Ärger Luft: „Der öffentliche Dienst rockt Güstrow“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Annett Lindner. Sie sprach von „Erpressungsmanövern der Arbeitgeber“ in den bisherigen Tarifverhandlungen. Die hohen Teilnehmerzahlen in Güstrow sowie zuvor in Altentreptow und Grimmen zeigten, wie wichtig den Lehrkräften ein guter Tarifabschluss sei. Dies stärke den Gewerkschaften für die nächste Verhandlungsrunde ab 16. März den Rücken. Einseitig durch die Länder festgelegte Eingruppierungsmodelle und der Angriff der Arbeitgeber auf die betriebliche Altersvorsorge hätten keine Chance.

Nach Angaben der GEW wurde gestern mehr als die Hälfte der 310 Schulen in Rostock und Schwerin sowie den Kreisen Rostock, Ludwigslust-Parchim und Nordwestmecklenburg ganz oder teilweise bestreikt. Rund 6000 angestellte Lehrkräfte, Schulleiter und Sozialpädagogen waren zur Arbeitsniederlegung aufgerufen.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte die Beschäftigten des Autobahnamtes Güstrow, der Straßenmeistereien Pastow und Kröpelin sowie des Landesamtes für Straßenbau zum Warnstreik aufgerufen. Gewerkschaftssekretärin Simone Wolf sagte, das Land habe im vergangenen Jahr ein Steuerplus im dreistelligen Millionenbereich erzielt und streite sich immer noch, wofür das Geld ausgegeben werden solle. „Wir sagen, gutes Personal muss gut bezahlt werden – und ein erheblicher Anteil am Steuerplus ist der guten Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Landesverwaltung zu verdanken.“ Insgesamt hatten sich nach Gewerkschaftsangaben in der ersten Streikwoche 4400 Mitglieder, darunter Polizei- und Feuerwehrbeamte, Pädagogen und Angestellte aus den Verwaltungen des Landes, an den drei Warnstreikaktionen beteiligt. Um den Druck zu erhöhen, rufen die Gewerkschaften für den 11. März zu einem landesweiten Warnstreik und einer Kundgebung in Schwerin auf.

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