Monumentalgemälde in Schwerin : Obotritenfürst kehrt zurück

Landtagsdirektor Armin Tebben und Petra Kruse vom Sammlungsmanagement bestaunen das Gemälde „Niklots Tod“.  Fotos: Volker Bohlmann
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Landtagsdirektor Armin Tebben und Petra Kruse vom Sammlungsmanagement bestaunen das Gemälde „Niklots Tod“. Fotos: Volker Bohlmann

Monumentalgemälde „Niklots Tod“ seit heute wieder in Schweriner Schlossmuseum

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30. Januar 2018, 21:00 Uhr

Das spektakulärste und größte Bild des Schweriner Schlosses hängt seit heute wieder an seinem angestammten Platz: Theodor Schloepkes Monumentalgemälde „Niklots Tod“. Seit Oktober 2013 musste das 3,64 mal 4,94 Meter große Historienbild wegen des Umbaus des alten Plenarsaals ins Depot verbannt werden. Nun wird das von Großherzog Friedrich Franz II. in Auftrag gegebene und 1857 vollendete Kunstwerk mit neuem Rahmen den Besuchern des Märchenschlosses gleich zu Beginn ihres Rundgangs durch das Schlossmuseum in Staunen versetzen.

„Ein brillantes Ergebnis“, freute sich Landtagsdirektor Armin Tebben. Für ihn sei diese Präsentation das Aufeinandertreffen beider Welten, Historie und Moderne mit dem Plenarsaal, sehr gelungen. Gemeinsam mit Petra Kruse, Dezernatsleiterin Sammlungsmanagement Staatliche Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen MV, verfolgte er die aufwendige Rahmung des Gemäldes. Über Jahre war das Bild beim Umzugslogistiker Hasenkamp in Hamburg eingelagert. „In der Kunsthalle Kiel bereiteten Restauratoren das Bild dann für die neue Präsentation vor“, verriet Kruse. Ein neuer Keilrahmen und die Bespannung auf der Rückseite stützen das Bild. Den neuen Zierrahmen finanzierten das Staatliche Museum Schwerin und das Land Mecklenburg-Vorpommern.

Nicht allein die Größe dieses Gemäldes, das den Obotritenfürsten Niklot im Moment seines Todes zeigt, sterbend in einem Reitergefecht auf einem Schimmel, auch die legendäre Geschichte dahinter machen Schloepkes Auftragsarbeit zu einem Erlebnis. Denn dürfen wir den alten Chroniken glauben, starb der legendäre Ahnherr des Mecklenburger Fürstengeschlechts im Jahr 1160 in der Nähe seiner Feste Werle nordöstlich von Schwerin, als er die angreifenden Sachsen unter ihrem Herzog Heinrich dem Löwen durch eine Kriegslist schlagen wollte.

Nachdem er schon fast sein ganzes Obotritenland an die Sachsen verloren hatte und auch die Söhne des immer kriegerischen Niklot – Pribislaw und Wratislaw – in der Nähe des heutigen Dorfes Mecklenburg eine empfindliche Niederlage hinnehmen mussten, unternahm der alte Fürst selbst einen Vorstoß.

In der „Geschichte Mecklenburgs“ beschrieb Otto Vitense Niklots letzten Kampf. Mit einigen seiner tapfersten und kampferprobtesten Krieger legte er sich in der Nähe der feindlichen Sachsen in einen Hinterhalt. Bald kamen Knechte aus deren Lager, um scheinbar Futter zu holen. Doch hatten sich Krieger unter sie gemischt, mit Rüstungen und schwer bewaffnet. Auf seinem weißen Hengst sprengte Niklot vor, ohne die List auch nur zu ahnen und ging so in die Falle. Als seine Lanze an einem Harnisch abprallte, bemerkte er seinen Fehler. Doch es war zu spät. Zwar wollte er noch fliehen, doch die Sachsen stellten ihn, und ein sächsischer Ritter namens Bernhard erschlug ihn.

Genau das zeigt der Schweriner Maler Schloepke in seinem monumentalen Gemälde. Niklot hingestreckt auf seinem Pferd in einem weißen Gewand, das an ein Totenhemd erinnern mag.

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