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Tragödie : Obdachloser erfriert am Rostocker Steintor

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72-Jähriger stirbt im Wartehäuschen der Straßenbahn – ganz nah am Nachtasyl

Schon wieder ist in Rostock ein Obdachloser draußen tot aufgefunden worden. Der 72 Jahre alte Mann lag am Freitag morgens leblos in einem Wartehäuschen der Straßenbahnhaltestelle am Steintor. Möglicherweise war er erfroren – nicht einmal 500 Meter vom Nachtasyl der Rostocker Stadtmission am Güterbahnhof entfernt.

Die Polizeiinspektion Rostock bestätigte den Tod des Mannes am Vormittag. Passanten hatten den Mann entdeckt und gegen 7.40 Uhr einen Notruf abgesetzt. Beim Eintreffen der Beamten lag der Mann, der keinen festen Wohnsitz hat, auf dem Boden vor der Sitzbank des Wartehäuschens. Eine Notärtin versuchte noch, den Mann wiederzubeleben. Aber alle Rettungsversuche blieben erfolglos, so dass sie schließlich nur noch den Tod des Mannes feststellen konnte. Die genaue Todesursache ist nach Polizeiangaben noch unklar. Bei dem 72-Jährigen seien allerdings keine Anzeichen äußerer Gewalteinwirkung festgestellt worden.

Erst am 8. November 2013 war ein 52-jähriger wohnungsloser Mann von Passanten tot in einem Gebüsch in der Nähe des Rostocker Rathauses entdeckt worden. Laut Staatsanwaltschaft war die Todesursache bei ihm eine Mischung aus Unterkühlung und übermäßigem Alkoholgenuss. Sowohl diesem Toten als auch dem nun Verstorbenen hätte das nur wenige hundert Meter entfernte Nachtasyl zur Verfügung gestanden. Seit Jahren setzen sich die Mitarbeiter der Stadtmission dafür ein, Menschen ohne ein Zuhause von der Straße wegzuholen. „Die Schutzlosigkeit der Straße macht krank. Wir bieten einen sauberen und sicheren Schlafplatz, warmes Essen, medizinische Versorgung und Hilfe zur Selbsthilfe“, sagt Rolf Gauck von der Stadtmission. Jeder Mensch, der draußen erfriere, weil er kein Obdach hat, sei einer zu viel.  Die Stadtverwaltung bestätigte indessen, dass Rostock als größte Stadt in Mecklenburg-Vorpommern mehr als 260 Plätze in Unterkünften für Wohnungslose zur Verfügung stellt. Nur rund 200 davon würden jedoch auch regelmäßig genutzt.

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erstellt am 03.Jan.2014 | 16:38 Uhr

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