zur Navigation springen
Mecklenburg-Vorpommern

13. Dezember 2017 | 06:33 Uhr

Erfindungen MV : Nur wenige Patente

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

MV spielt in der bundesdeutschen Statistik über Erfindungen und Patente nur eine untergeordnete Rolle

svz.de von
erstellt am 28.Feb.2016 | 20:30 Uhr

Die Zahl der Patentanmeldungen für Erfindungen aus den Hochschulen Mecklenburg-Vorpommerns verharrt auf niedrigem Niveau. Wie der Verwertungsverbund Mecklenburg-Vorpommern berichtete, gab es im vergangenen Jahr 51 Anmeldungen aus den zwei Universitäten und drei Fachhochschulen. Im Jahr zuvor war die gleiche Zahl erreicht worden. „Die Schwerpunkte der Erfindungen lagen im Bereich Medizin/Medizintechnik, gefolgt von Erfindungen aus dem Fachgebiet Chemie“, berichtete Gesine Selig vom Verwertungsverbund.

Dabei sei 2015 die Zahl der Meldungen aus der Universität Rostock im Vergleich zum Jahr zuvor von 36 auf 32 gesunken. In Greifswald stieg die Zahl von fünf auf acht, an den Fachhochschulen Wismar und Stralsund von drei auf vier beziehungsweise von eins auf drei. Aus den Leibniz-Instituten wurden vier Erfindungen gemeldet, nach fünf im Jahr 2014.

„Patente bringen eine enorme Reputation“, betonte der Rostocker Professor für Biomedizinische Technik, Klaus-Peter Schmitz. Vor allem für Ingenieure oder Naturwissenschaftler sei die Einreichung von entscheidender Bedeutung bei der Suche nach Kooperationspartnern in der Industrie. Schmitz, der selbst schon 93 Patente angemeldet hat, empfahl jungen Forschern mit einer eigenen verwertbaren Erfindung die Ausgründung eines Unternehmens. „Dann bekommt er das Patent für wenig Geld mit.“ Davon profitierten beide Seiten. Wenn später damit finanzielle Erträge erzielt werden, profitiere davon auch die Universität.

Nicht nur die Hochschulen, sondern auch ganz MV tut sich offensichtlich schwer mit Erfindungen. Die Statistik des Deutschen Patent- und Markenamts weist 169 Anmeldungen für 2014 aus, dies waren elf pro 100 000 Einwohner. Nur Sachsen-Anhalt liegt mit zehn Anmeldungen noch schlechter. Im deutschen Schnitt sind es 60 pro 100 000 Einwohner. Deutscher Rekordhalter ist Baden-Württemberg mit 137.

„Bei der Zahl der Patentanmeldungen ist noch Luft nach oben“, sagte auch Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) mit Blick auf die bundesweite Statistik. Er sieht dafür hauptsächlich zwei Gründe. Die Industriedichte sei in MV sehr gering und liege mit 41 Beschäftigten je 1000 Einwohner bei knapp der Hälfte des bundesdeutschen Schnitts. „Hinzu kommt, dass Erfindungen dem Unternehmenssitz zugeordnet werden. Diese Unternehmenssitze befinden sich bei größeren Industrieunternehmen häufig in den alten Bundesländern und werden daher nicht MV zugerechnet.“

Zudem gibt es nach Auffassung von Experten ein prinzipielles Problem. Wer ein Patent anmeldet, muss jegliches Detail seiner Erfindung offenlegen. Nach 18 Monaten sind die Daten frei einsehbar. Ein Einfallstor für Raubkopierer, sagen die Experten. Und der Aufwand für eine Patentklage - möglicherweise gegen ein asiatisches Unternehmen – sei enorm, die Kosten sehr hoch und die Erfolgsaussichten mäßig.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen