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Behinderte Kinder : Nur wenig Anträge aus MV

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Aus der Onlineredaktion

Christof-Husen-Stiftung möchte behinderte Kinder stärker fördern – ist aber im Nordosten wenig bekannt

svz.de von
erstellt am 13.Okt.2017 | 12:00 Uhr

Das Aufwachsen behinderter Kinder und Jugendlicher bringt zahlreiche Mehrkosten für Eltern mit sich. Egal, ob es um einen rollstuhlgerechten Umbau des Hauses, Therapien oder behindertengerechte Fahrzeuge geht. Die gemeinnützige Christof-Husen-Stiftung unterstützt genau dabei. Vergleichsweise wenig Anträge kommen dabei aus Mecklenburg-Vorpommern, wie Stiftungsvorstand Bernd Kuhn sagte. Bislang liege der Anteil des Landes an der Gesamtförderung erst bei zehn bis fünfzehn Prozent. Denn nur zehn bis fünfzehn von gesamt hundert genehmigten Anträgen würden derzeit aus Mecklenburg-Vorpommern kommen. Gefördert wird ausschließlich in den Ländern Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Kuhn hofft, dass Familien und Institutionen aus Mecklenburg-Vorpommern mehr Anträge als bisher einreichen. Eine Förderung könne formlos, gemeinsam mit entsprechenden Belegen, beim Vorstand beantragt werden. Die Bearbeitung dauere nach Eingang oftmals nur ein bis zwei Wochen. Jährlich gingen etwa 150 Anträge ein.

Der Unternehmer Christof Husen verfügte testamentarisch die Gründung der Stiftung. Seit seinem Tod 1979 unterstützt die Stiftung behinderte Menschen, die das 25. Lebensjahr noch nicht überschritten haben.

Etwa 70 Prozent der jährlichen Gesamtfördersumme komme auf Antrag von Privatpersonen einzelnen Kindern zugute, erklärte Stiftungsvorstand Bernd Kuhn. Er meinte: „Damit unterstützen wir oft zugleich die gesamte Familie“. Vor allem die Anschaffung behindertengerechter Fahrzeuge würde gefördert. Daneben würden Therapiekosten je nach sozialer Lage mit bis zu 50 Prozent der Kosten bezuschusst. Das könne beispielsweise eine Reit- oder Petötherapie sein. Alternativen Therapiekonzepten stehe man offen gegenüber, denn es gehe darum, die staatlichen Leistungen sinnvoll zu ergänzen, machte Kuhn deutlich. Eine kleinere Rolle würden bei der Förderung mit etwa 30 Prozent institutionelle Projekte einnehmen. So sei der Bau eines Gebäudes für geistig behinderte Kinder und Jugendliche auf dem Gelände des Kloster Dobbertins finanziell unterstützt worden.

Dieser Neubau des Diakoniewerks konnte im August diesen Jahres als Wohnbereich bezogen werden.

In Schwentinental (Schleswig-Holstein) unterstützte die Stiftung 1993 bis 1995 den Bau des Christof-Husen-Hauses. Dort stehen für schwer Körperbehinderte 18 Wohnappartements als auch individuell angepasste Arbeitsplätze zur Verfügung. Träger des Hauses ist das Deutsche Rote Kreuz. Die Arbeitsplätze werden von „Die Ostholsteiner“ betrieben.

Auch wenn der Zweck der Stiftung seit Gründung feststeht, müsse eine aktuelle Ausdeutung vorgenommen werden, erklärt Kuhn. So habe man in den letzten Jahren im Vorstand und Rat der Stiftung über inklusive Projekte diskutiert. Inzwischen ist man sich einig, dass eine Förderung gemäß dem Anteil Behinderter Sinn macht. So förderte die Stiftung ein Projekt eines inklusiven Kindergartens in Kiel mit 40 Prozent der Kosten, da dies genau dem Anteil behinderter Kinder entspreche.

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