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„Technischer Defekt“ : Nur Spezialkran kann nach Unfall auf A 20 helfen

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Für den Fahrer eines Schwerlasttransporters ging der Unfall am Montag Abend glimpflich aus, denn er blieb unverletzt. Nur das Bergen seines Fahrzeugs nebst Ladung, das gestaltete sich als Geduldsprobe für alle Beteiligten.

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erstellt am 10.Jan.2012 | 08:11 Uhr

Bobitz | Für den Fahrer eines Schwerlasttransporters ging der Unfall am Montag Abend glimpflich aus, denn er blieb unverletzt. Nur das Bergen seines Fahrzeugs nebst Ladung, das gestaltete sich als Geduldsprobe für alle Beteiligten.

Kurz hinter dem Parkplatz Mölenbarg passierte es. Plötzlich ließ sich der Sattelschlepper nicht mehr lenken und der über zehn Meter lange Anhänger scherte aus. "Technischer Defekt", so wird es später in einer Polizeimeldung heißen. Ein Defekt, der es dem 34-jährigen Fahrer gegen 22.50 Uhr am Montag wohl nicht mehr ermöglichte, auf dem Hauptfahrstreifen der Autobahn 20 zu bleiben. Die Leitplanke verhinderte schlimmeres, als der Anhänger mit seiner rund 80 Tonnen schweren Ladung ausbrach und rechts in die Bankette fuhr. Die Reifen stellten sich im tiefen Boden quer, eine Weiterfahrt war unmöglich. Der Hauptfahrstreifen wurde gesperrt, der Verkehr einspurig an der Unfallstelle vorbeigeführt. Bis zum gestrigen Morgen, denn ab 10 Uhr wurde die Autobahn A 20 in Richtung Lübeck gesperrt, um Fahrzeug und Ladung zu bergen.

Da rollt er an, dieser Spezialkran, der seinen Arm bis zu 70 Meter hoch ausfahren kann. Über 70 Tonnen wiegt er, doch das wird nicht reichen, wenn er das Schwergewicht im Straßengraben bergen will, ohne dabei selber aus dem Gleichgewicht zu geraten. "Das eigentliche Bergen dauert vielleicht fünf Minuten, der Auf- und Abbau aber mehrere Stunden", sagt Peter Böhm und setzt sich wieder in das gläserne Führerhaus des technischen Riesen. Der Mitarbeiter einer Firma aus Groß Schwaß hebt einen Betonblock nach dem anderen von einem zweiten Sattelschlepper auf seinen Kran, bis weitere 140 Tonnen aufliegen. Über zwei Stunden braucht es, bis die Gewichte sitzen, die Abstützer ausjustiert und die Vorbereitungsmaßnahmen abgeschlossen sind. Während sich der umgeleitete Verkehr ab der Anschlussstelle Wismar-Mitte über einige Dörfer zur nächsten Auffahrt nach Bobitz quält, geht es an der Unfallstelle mit Zentimeterarbeit zur Sache. Rund 80 Tonnen schwer ist das Maschinenteil, das mit einer grauen Plane abgedeckt ist und Bestandteil eines Windrades sein soll, und nun ganz langsam angehoben wird. Peter Böhm hat die Kranhebel in der Hand, lässt die Ladung behutsam zwei, drei Meter über den Autobahn asphalt schweben, ehe er sie langsam auf einen schon lange bereit stehenden Auflieger platziert. Sitzt, passt und wackelt nicht. Alles klar zum Abtransport. Das wäre geschafft. Jetzt muss noch der verunfallte Transportanhänger geborgen werden, bevor der langwierige Abbau des Krans beginnt. Gewicht für Gewicht wird wieder vom Kran gehoben, während die Mitarbeiter der Autobahnmeisterei Upahl den Schaden an der Leitplanke inspizieren. "Durchbruch", sagen die Experten. Durchbruch heißt, dass die ruinierte Planke innerhalb von 24 Stunden gegen eine neue ausgetauscht werden muss. Es ist 16 Uhr. Die Autobahn wird nach sechs Stunden freigegeben und der Verkehr kann wieder rollen, denn der Spezialkran hat seine aufwändige Arbeit erledigt.


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