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Mecklenburg-Vorpommern

11. Dezember 2017 | 16:16 Uhr

Medizin : Nur jeder 5. Diabetiker gut versorgt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Barmer GEK beklagt fehlende medizinische Fußpflege

svz.de von
erstellt am 18.Sep.2014 | 08:17 Uhr

Nur jeder 5. Diabetiker in Mecklenburg-Vorpommern (21,7 Prozent) wird angemessen medizinisch versorgt – zumindest dann, wenn seine Erkrankung so weit fortgeschritten ist, dass er am „diabetischen Fuß“ leidet. Zu diesem Ergebnis kommt die Krankenkasse Barmer GEK in ihrem aktuellen Heil- und Hilfsmittelreport.

9,6 Prozent alle gesetzlich Krankenversicherten in MV sind Diabetiker – das Land liegt wie alle anderen ostdeutschen deutlich über dem Bundesdurchschnitt von acht Prozent. Im fortgeschrittenen Krankheitsstadium kann es zum diabetischen Fuß-Syndrom kommen, dann ist medizinische Fußpflege durch einen Podologen erforderlich. Doch bundesweit bekommen drei Viertel aller Risikopatienten keine solche Behandlung. „Vor allem bei den über 70-Jährigen wächst der Anteil der nicht Versorgten“, weiß Henning Kutzbach, Landesgeschäftsführer der Barmer. Problematische Folge: Die Amputationsrate von Zehen und Vorderfüßen – bundesweit rund 30 000 im Jahr – habe sich seit Jahren nicht verringert.

Steigerungen verzeichnete die Kasse dagegen bei den Heil- und Hilfsmitteln. Im ersten Halbjahr nahmen die Ausgaben für Heilmittel, also beispielsweise für Physiotherapie oder Logopädie, um 4,1 Prozent zu. Bei den Hilfsmitteln – etwa Rollstühle, Krankenbetten oder Hörgeräte – waren die Ausgaben im ersten Halbjahr bei allen Kassen um 9,5 Prozent und bei der Barmer sogar um 10,8 Prozent angestiegen. Dabei, so Kutzbach, hat sich die Zahl der versorgten Patienten nicht erhöht, sondern die Kosten je Versicherten – in MV von 79 Euro im Jahr 2012 auf 85 Euro in 2013. Besonders hoch waren die Ausgaben in Schwerin und Bad Doberan. In Ostvorpommern dagegen lagen die Kosten deutlich unter dem Landesdurchschnitt. Vor allem demografische Faktoren spielten hier eine Rolle. Allerdings sei der Markt der Medizinprodukte auch extrem unübersichtlich, so Kutzbach: „Hier brauchen wir vor allem eine Nutzenbewertung. Nicht alles was neu und teuer ist, ist sinnvoll oder qualitativ besser.“

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