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Mecklenburg-Vorpommern : Nur ein Zehntel aller Badestellen wird bewacht

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

svz.de von
erstellt am 23.Jul.2015 | 21:00 Uhr

Während an den Ostseestränden fast alle Strandabschnitte von Rettungsschwimmern überwacht werden, kämpft man im Binnenland um jede Badestelle. Von den 1000 Binnenstränden im ganzen Land wurden im vergangenen Jahr gerade einmal 109 vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Deutschen Roten Kreuz (DRK) oder der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) bewacht, erklärt Mike Stiehler vom Wasserrettungsdienst des ASB. Außerdem gebe es bisher keine Rechtsgrundlage in Form eines Gesetzes, das die Bewachung von Badestellen in MV vorschreibe, so Stiehler.

Lediglich der Kommunale Schadenausgleich empfehle, Stellen abzusichern, wenn der Betreiber zum Baden einlädt, beispielsweise mit Steganlagen oder Toilettenhäuschen. Eigentümer und Pächter würden eigenverantwortlich über den Einsatz von Rettungskräften entscheiden. In 58 Kur- und Erholungsorten in MV ist dagegen die Bewachung des Badestrandes durch das Kurortgesetz vorgeschrieben.

Trotz einiger Motivations-Versuche fällt die Suche nach Nachwuchs schwer. „Der Großteil unserer Wasserretter ist ehrenamtlich tätig und somit nicht jederzeit einsatzbereit“, so Matthias Schubert, Referent der Medical Task Force beim DRK. Auch Thorsten Erdmann, Pressesprecher des DLRG-Landesverbandes, schildert: „Wir versuchen vor allem, unseren Kräften eine ordentliche Unterkunft bereitzustellen. Auch um kleine Bonbons wie ermäßigte Eintritte in Discos, Kinos oder Fitnesscentern bemühen wir uns. In dieser Saison haben wir volle Sollstärke erreicht und alle Türme sind besetzt.“ An den Ostseestränden ist das durch Bewerber aus anderen Bundesländern immer einfacher als an den Binnenseen.

Mike Stiehler vom ASB empfiehlt, „durch solide Schwimmausbildung von Kindern das Gefahrenpotenzial zu reduzieren.“ Zudem appellieren sowohl Rettungskräfte wie auch das Sozialministerium an Eltern und Badegäste, sich nur an offensichtlich bewachten Badestränden niederzulassen und Baderegeln zu beachten.

Auf ihrer Website wirbt die DRK Wasserwacht um neue Mitstreiter in Schwerin: „Wir suchen Rettungsschwimmer, die uns unterstützen, die Strände und das schöne Freibad Kalkwerder abzusichern. Unterkunft und Aufwandsentschädigung werden gestellt. Wer Interesse hat, bitte gleich melden unter 0172-3899575.“
 

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