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Aktuelle Zahlen für MV : Nur ein Viertel der Flüchtlinge blieben

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Lediglich 6038 der ursprünglich 23 500 Schutzsuchenden bleiben in MV. Das Land gab 200 Millionen Euro für Aufnahme und Unterbringung, Integration und Versorgung aus.

svz.de von
erstellt am 17.Feb.2016 | 21:00 Uhr

Von den 23 500 Flüchtlingen, die im vergangenen Jahr in Mecklenburg-Vorpommern Schutz suchten, sind nach neuesten Statistiken lediglich 6038 Menschen im Land geblieben. Das ergaben Berechnungen einer Arbeitsgruppe zwischen den kommunalen Spitzenverbänden, dem Innen- und dem Finanzministerium gestern in Schwerin. Sie war zusammengekommen, um den Kommunalgipfel am nächsten Montag zwischen Bürgermeistern, Landräten und der Landesregierung unter Leitung von Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) vorzubereiten. Dort soll es um die Finanzausstattung der Kommunen zur Bewältigung des Flüchtlingszustroms gehen.

Im vergangenen Jahr wurden statt der im Landesetat geplanten 63 Millionen Euro über 200 Millionen für die Aufnahme und Unterbringung von Schutzsuchenden, deren Integration und Versorgung ausgegeben.

Von den 200 Millionen Euro erstattete der Bund 51 Millionen. MV gehört zu den wenigen Bundesländern, die den Kommunen ihre Kosten für die Unterbringung und Integration vollständig erstatten.

Erst vor wenigen Tagen hatte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) die Zahl von 23   800 Asylbewerbern im Jahr 2015 bilanziert. Bei den jetzt vorgelegten Zahlen handelt es sich um jene Flüchtlinge, die hier tatsächlich einen Erstantrag auf Asyl gestellt haben – 18 851. Andere waren offenbar schon in weiteren Bundesländern registriert. 74 Prozent derer mit Erstantrag wurden offiziell anerkannt (13  056). Davon blieben letztlich aber nur 5875 Menschen hier, 163 Familienangehörige zogen nach. Ähnlich sind die Prognosen für die nächsten beiden Jahre, wobei 2017 mit einem deutlichen Rückgang gerechnet wird. Die Zahlen könnten sich aber ständig ändern, heißt es aus dem Finanzministerium.

„Damit haben wir zwischen Land und Kommunen eine gemeinsame Ausgangsbasis“, sagte gestern Abend der Geschäftsführer des Landkreistages, Matthias Köpp, gegenüber unserer Zeitung. „Und wir wissen, wie viele Menschen MV womöglich auch in den nächsten Jahren in Richtung größere Städte und andere Bundesländer verlassen.“  

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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