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Mecklenburg-Vorpommern

15. Dezember 2017 | 03:47 Uhr

A20-Rehe : Nur 3000 Euro für Reh-Vertreibung

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Aktion an der A 20: Für Straßenbauer und Forstmitarbeiter reguläre Arbeitszeit

svz.de von
erstellt am 22.Mai.2016 | 20:45 Uhr

Die mehrstündige Aktion, mit der vor knapp zwei Wochen vier Rehe vom Rande der A 20 vertrieben wurden, kommt den Steuerzahler vergleichsweise günstig zu stehen. Für die rund 40 Mitarbeiter von Straßenbau- und Forstverwaltung, die als Treiber, beim Auf- und Abbau von Zäunen sowie der Einrichtung der Autobahn-Sperrung eingesetzt waren, sei dies reguläre Arbeitszeit gewesen, hieß es aus dem Verkehrsministerium. Das Material, mit dem der eigens als Durchlass für die Tiere auf 40 Meter Länge zerschnittene Wildschutzzaun und weitere Löcher darin später wieder geflickt wurden, sei ohnehin vorrätig gewesen.

Mehr als sechs Stunden war die A 20 am 10. Mai zwischen den Anschlussstellen Dummerstorf und Sanitz gesperrt worden, um die Rehe, die seit Monaten am Fahrbahnrand grasten, aus dem Verkehr zu ziehen. Weil sie ein Sicherheitsrisiko darstellten, war zeitweise in Erwägung gezogen worden, die Tiere erlegen zu lassen, zahlreiche Proteste führten aber zum Umdenken.

In den beiden Nächten vor der Vertreibungsaktion war die Fahrbahnböschung mit einer Wärmebildkamera gescannt worden, um den Aufenthaltsort der Tiere zu bestimmen. Für den Einsatz dieser Kamera sowie zweier Wildbiologen seien in der Tat zusätzliche Kosten angefallen, hieß es aus dem Landwirtschafts- und Umweltministerium auf Nachfrage unserer Zeitung. Sie beliefen sich insgesamt auf 3000 Euro, darin enthalten seien neben dem reinen Personaleinsatz auch Kilometergeld für An- und Abfahrt sowie Übernachtungskosten der Biologen.

„Die Kosten bestreitet das Umweltministerium aus Mitteln aus dem eigenen Haushaltstitel“, so Ministeriums-Sprecherin Eva Klaußner-Ziebarth. Die Wildbiologen seien vertraglich dazu angehalten worden, ihre Arbeit in einem Bericht ausführlich zu dokumentieren. „Von den Erfahrungen und Ergebnissen kann das Ministerium mit Blick auf ähnliche Vorhaben oder andere Forschungsprojekte im Zusammenhang mit Wildtieren profitieren“, so die Ministeriumssprecherin.

Bei mindestens 24 000 Fahrzeugen, die die A20 täglich vom Kreuz Rostock aus in Richtung Osten bzw. zurück nutzen, dürften wenigstens 7000 Kraftfahrer von der Vollsperrung und den damit verbundenen Umleitungen betroffen gewesen sein. Zeit und Sprit, die sie die Aktion kostete, müssen sie selbst bezahlen.

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