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Mecklenburg-Vorpommern

14. Dezember 2017 | 14:18 Uhr

Nur 20 Stunden Zeit

vom

svz.de von
erstellt am 06.Dez.2011 | 07:29 Uhr

Schwerin | "Es ist ein gutes Gefühl, schon nach wenigen Tagen so eine gute Resonanz auf unseren Spendenaufruf zu erleben", sagt der Geschäftsführer der "Pro-Fil"-Kindernachsorge, Thomas Wagner. "Uns haben neben vielen Spenden aber auch Fragen erreicht. Unter anderem dazu, wie die Nachsorge-Schwestern innerhalb der von den Krankenkassen auf 20 Stunden pro Fall festgelegten Betreuungszeit die Fülle an Aufgaben lösen können", berichtet Wager. Und dies sei in der Tat eine große Herausforderung an das Team, weil jeder Fall anders gelagert sei. Hierbei komme dann aber Projektkoordinatorin Petra Schmedemann ihre umfassende Spezialausbildung zu Gute, die sie zwei Jahre lang bei der bundesweit tätigen Kindernachsorge-Organisation "Bunter Kreis" erhalten habe.

Ungeachtet dessen, dass die Ausgangslagen und die Problemfelder sich von Fall zu Fall, von Familie zu Familie zum Teil erheblich unterscheiden, geht das "Pro-Fil"-Nachsorge-Team doch nach einer einheitlichen Strategie vor. Schritt eins: Während das kranke Kind sich noch in der Kinderklinik befindet, wird gemeinsam mit dem behandelnden Arzt der Nachsorgebedarf bestimmt. Dann werden die Eltern über Inhalte und Möglichkeiten der Nachsorge informiert.

Als nächster Schritt wird dies ganz konkret auf das jeweilige Kind bezogen gemeinsam mit den Eltern analysiert und der tatsächliche Nachsorgebedarf detailliert ermittelt und festgelegt. Es folgt die Erarbeitung eines individuellen Nachsorgeplanes - natürlich wieder gemeinsam mit den Eltern. Dann kommt dessen Umsetzung. "Ganz wichtig ist dabei, dass die vorgesehenen Nachsorgeleistungen gemeinsam und koordiniert erbracht werden", betont die Case Managerin Petra Schmedemann.

In Phase fünf erfolgt die Überprüfung der erbrachten Leistungen mit Blick auf das angestrebte Ziel der Nachsorge. Als letzter Schritt steht die abschließende Bewertung der Nachsorgemaßnahmen auf dem Plan. Wird das Ergebnis aus welchen Gründen auch immer als unzureichend bewertet, kann in Verhandlungen mit den Krankenkassen gegebenenfalls noch eine Anschluss-Nachsorge im Umfang von zehn Stunden vereinbart werden. Danach müssen die Eltern in allen Fragen geschult und erfahren sein. Es sei aber eine schöne und gängige Praxis, dass auch nach dem offiziellen Ende der von den Krankenkassen getragenen Nachsorge der Kontakt nicht abrupt abreißt und das "Pro-Fil"-Team noch häufig ein gefragter Partner der Eltern und Kinder bleibe, berichtet Geschäftsführer Wagner.

In mehr als 220 Fällen hat das Team um Case Managerin Petra Schmedemann in den vergangenen vier Jahren erfolgreich helfen können, dass kleine Patienten früher aus dem Krankenhaus nach Hause dürfen und dort wohlvorbereitet und fachkundig umsorgt und betreut werden. Ständige Weiterbildung, Informations- und Erfahrungsaustausch im Team sind dabei unabdingbar, um die sozialmedizinische Nachsorge zum Erfolg führen zu können.

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