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Streik der Lokführer : Nur 15 Prozent der Züge in MV im Einsatz

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Schlangen an den Info-Schaltern der Bahnhöfe, Staus an Stadteinfahrten - der Bahnstreik in MV.

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erstellt am 05.Mai.2015 | 12:55 Uhr

Der mehrtägige Streik der Lokführergewerkschaft GDL hat am Dienstag den Personenzugverkehr in Mecklenburg-Vorpommern weitgehend lahmgelegt. Nach Angaben der Deutschen Bahn fuhren etwa 15 Prozent der Züge. Die Bahn hat auch während der bereits achten Streikrunde im Tarifkonflikt einen Ersatzfahrplan erarbeitet. „Einige Lokführer haben sich noch zum Dienst gemeldet, so dass mehr Züge eingesetzt werden können als vorgesehen“, sagte ein Bahnsprecher. Dennoch seien die Einschränkungen massiv, Fahrzeiten verlängerten sich.

Von zusätzlichen Zügen profitierten etwa die Verbindung RE1 zwischen Rostock und Hamburg, die Linie RE3 zwischen Stralsund, Pasewalk und Berlin und die RE5 zwischen Rostock, Stralsund und Berlin. Zudem verkehrten 32 Busse als Ersatz, so zwischen Lübeck und Bad Kleinen und zwischen Güstrow und Neubrandenburg. Die Züge des Ersatzfahrplans seien besser ausgelastet als in der vorhergehenden Streikrunde, sagte der Bahnsprecher. Er rief die Reisenden auf, sich über den Ersatzfahrplan zu informieren. In den Reisezentren hätten sich teilweise lange Schlangen gebildet. Vorab gekaufte Tickets könnten dort kostenlos storniert werden.

Die GDL zeigte sich mit dem Streikbeginn zufrieden. Der neuen Streikrunde habe sich auch das Personal der Vorpommernbahn, einer Tochter der Deutschen Bahn, angeschlossen, sagte der Bezirksvorsitzende der GDL Nord, Hartmut Petersen. „Die Gesamtsituation der Kollegen ist so kritisch, schlechter kann es ihnen nicht gehen“, sagte Petersen. Nach seiner Schätzung streiken landesweit mehr als 80 Prozent der Lokführer. „Nicht alle sind organisiert“, sagte er.

Nicht vom Streik betroffen waren die Privatbahnen wie die Odeg und die Rostocker Straßenbahn AG, die im Rostocker Umland auch Personenzüge betreibt. An ihr Ziel kamen auch die Reisenden der zwei amerikanischen Kreuzfahrtschiffe „Regal Princess“ und „Celebrity Silhouette“, die in Rostock anlegten. Auf beiden Schiffen waren zusammen rund 4300 Passagiere. Wie Hafensprecher Christian Hardt berichtete, fuhren rund 1000 von ihnen mit zwei Sonderzügen nach Berlin.

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