Wildschwein-Abschuss : Nun doch Pürzel-Prämie

Ihnen geht es an die Schwarte: Der Wildschwein-Bestand soll im Land deutlich reduziert werden, dafür bekommen Jäger und Hundeführer eine Entschädigung.
Ihnen geht es an die Schwarte: Der Wildschwein-Bestand soll im Land deutlich reduziert werden, dafür bekommen Jäger und Hundeführer eine Entschädigung.

Regeln zur Schwarzwildreduzierung gekippt – Jetzt gibt es Geld für jedes geschossene Wildschwein

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30. November 2017, 05:00 Uhr

Ab morgen soll es für geschossene Wildschweine zusätzliches Geld geben. Bislang war von Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) noch eine Staffelung nach Alters- beziehungsweise Gewichtsklassen angedacht. Die ungeklärten Fragen der Kontrolle scheinen das Projekt ins Wanken gebracht zu haben. Die Staffelung wurde gestern gekippt. Neu ist: Es gibt jetzt eine Pürzel-Prämie von 25 Euro für jedes gestreckte Wildschwein – egal wie alt, egal wie schwer.

Vor drei Wochen hieß es von Backhaus noch, dass die Weidmänner für jeden erlegten Frischling bis 25 Kilogramm sowie für den Abschuss von älteren Bachen, deren Frischlinge keine Führung mehr benötigen, eine Entschädigung von 25 Euro je Tier erhalten. Davon ist jetzt keine Rede mehr. Streit gab es unter anderem über die Frage, wie die Vorgaben aus dem Landwirtschaftsministerium kontrolliert werden sollen. Zuletzt sollten Obmänner in den Hegegemeinschaften die Kontrolle übernehmen.

Bis gestern gingen davon auch noch viele Vertreter an der Basis aus. So hatte sich Dörte Behring von der Unteren Jagdbehörde der Stadt Schwerin darauf vorbereitet. „Wir haben mit unseren Jagdpächtern gesprochen, davon drei Jäger für die Kontrolle gewinnen können“, so Dörte Behring. Allerdings hat sie Gerüchte, dass das überflüssig sei, bereits gehört. „Genaues sagt uns aber keiner.“

Auch vom Landesjagdverband gab es gestern keine Verbindliche Aussage. „Wir haben täglich Jäger, die nachfragen, wie es nun gehandhabt wird und wie abgerechnet werden soll. Ich weiß es nicht“, sagt Geschäftsführerin Kati Ebel. Als Nachweis für das gestreckte Schwarzwild soll nach Informationen unserer Zeitung nun der Pürzel – der Schwanz des Wildschweins – beim Forstamt eingereicht werden.

Für das Projekt Schwarzwildreduzierung wurden zwei Millionen Euro bereit gestellt. Nach ersten Hochrechnungen könnte das nicht ausreichen. Denn laut Minister Backhaus sollen 80 000 Wildschweine gestreckt werden. Gibt es für jedes Wildschwein 25 Euro, wäre der Topf leer. Hinzu kommen aber auch noch Entschädigungen für die Hundeführer. Denn diese bekommen ebenso 25 Euro, wenn sie sich an revierübergreifenden Jagden beteiligen.

Aus dem Landwirtschaftsministerium gab es gestern keine konkrete Aussage dazu. Nur so viel: Es stehen noch Absprachen mit dem Finanzministerium aus. Minister Mathias Brodkorb (SPD) erklärte gegenüber unserer Redaktion: „Die zwei Millionen Euro stehen zur Verfügung. Die Verordnung kommt Freitag. Wir sollten jetzt nicht das schnelle Handeln meines Ministerkollegen konterkarieren. Jetzt wird erstmal geschossen. Dann wird abgerechnet. Ob die Mittel ausreichen, wird man hinterher sehen und kann dann diskutieren.“

Über Bonusregelungen für den Erwerb eines Jagderlaubnisscheines und die kostenfreie Abgabe geringgewichtiger Stücke an den Erleger auf den Einzeljagden wird heute noch einmal gesprochen. Auch die Jagd mit zusätzlichen technische Ausrüstungen wird Thema sein. So sollen Nachtsichtgeräte vorerst nur für einen bestimmten Personenkreis zugelassen werden. Auch das Thema Saufänge rückt auf die Agenda.

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